Buchbeitrag ST1 Auf Probe

Inhaltsverzeichnis

Zuerst war da die Idee von Natasha, der Leistungsschwimmerin, das Lied von Nemesea Whenever und dann wusste ich, dass ich eine Geschichte über eine Sondereinheit schreiben möchte. Erst dachte ich, ich orientiere mich an der Realität, aber das hätte mich blockiert. Sobald etwas existiert fühle ich mich verpflichtet, möglichst nahe an den echten Abläufen zu bleiben. Deshalb entschied ich mich für eine fiktive Einheit und da waren sie, die drei Sätze.

Eine deutsche Spezialeinheit aus Polizisten und Soldaten. Ein jeder von ihnen ist ein Experte. Gemeinsam kämpfen sie gegen das Verbrechen im Inland und im Ausland.

Das gab mir alle Freiheit, mir meine Regeln für die Einheit selbst aufzustellen. Dabei versuchte ich mich grob an unsere Gesetze zu halten und an die behördlichen Strukturen, welche Organisation für was zuständig ist. Die Bundeswehr, das Bundeskriminalamt und der Verfassungsschutz. Und während ich anfing zu schreiben, purzelte alles in meinem Kopf zusammen.

Klappentext

„Ein Deal“, wiederholte sie. „Vier Wochen, dann erbringe die Leistung, und Sie akzeptieren mich im Team.“ – „Und wenn nicht?“ – „Gehe ich zum Generalmajor und sage ihm, das ich aufgebe.“

Die ehrgeizige Natasha wird zur Aufnahmeprüfung der Elite-Sondereinheit Themis eingeladen. Doch ausgerechnet beim Sporttest scheitert sie – ein bisher unbekanntes Gefühl des Versagens überkommt sie.

Zu ihrer Überraschung erhält Natasha dennoch eine Probezeit. Ihre größte Herausforderung: Der Trainer, der sie während der Vorbereitung zur Verzweiflung trieb, soll sie nun fit für den nächsten Test machen.

Aber Natasha gibt nicht auf – und lässt sich schon gar nicht von einem Mann in die Knie zwingen. Das spürt auch ihr hartgesottener Trainer Peter, der unter dem Spitznamen „Pit“ – kurz für „Pitbull“ – bekannt ist. Das Themis-Team schließt Wetten ab: Wer wird am Ende triumphieren – Natasha oder Pit?

Cover Sondereinheit Themis Band 1 Auf Probe

Auf Probe

Reihe: Sondereinheit Themis
Genre: Kriminalroman
Lesemotiv: Eintauchen, Entspannen
Themen: Scheitern, Durchhalten, Enemies-to-Lover, verschwundenes Mädchen, Rechtssystem

eBook: 2,99 Euro
Taschenbuch: 13,90 Euro
Seitenzahl: 354

Der Kopf einer Autorin

Es ist schon witzig, wie der Kopf einer Autorin arbeitet. Ich hatte zwei Szenen im Kopf, die unbedingt in die Geschichte rein sollten und beide schafften es nicht.

Die Erste spielte in einem Park an einem See. Natasha und Pit laufen durch den Park. Hilferufe. Ein Kind ist am Ertrinken. Natasha fackelt nicht lange, zieht sich bis auf ihre Unterwäsche aus, springt in den See und rettet das Kind. Zwei Zielsetzungen. Ersten wird deutlich, dass sie eine Top Schwimmerin ist. Zweitens gibt es Platz für winzige Gesten, die zeigen, dass die beiden, obwohl sie sich heftig dagegen wehren, Gefühle füreinander entwickeln.

Die Zweite, später in der Reihe, spielt in einer Kneipe, in der das Team einen Absacker trinkt. Allen ist inzwischen klar, dass Natasha und Pit zusammengehören. Doch die beiden sind absolut sturköpfig und keiner von ihnen möchte zugegeben, dass er mehr für den anderen empfindet. Pit flirtet mit einer Frau, um allen zu zeigen, dass da nichts ist zwischen ihm und Natasha ist. Natasha, die sonst kein Alkohol trink, versucht, die verwirrenden Gefühle für Pit und ihren Frust zu ertränken. Das Lied: Whenever von Nemesea wird gespielt und Natasha springt auf den Tisch, singt und tanzt den Text, bis sie umkippt. Pit bringt sie nach Hause.

Okay. Wenn du alle drei Bücher der ersten Season gelesen hast, erkennst du, dass es das Grundgerüst der letzten Szene in die Geschichte geschafft hat, aber absolut nicht so, wie ursprünglich geplant.

Natasha Kehlmann (Brain)

Ist ein ehrgeiziger Mensch, der aus einer Erfahrung in der Vergangenheit, entschieden hat, Polizistin zu werden. Nicht irgendeine x-beliebige Polizistin, sondern die Beste, die es gibt. Es kommt zum Bruch zwischen Mutter und Tochter. Ihre Mutter hat von Anfang an das Schwimmtalent bei ihrer Tochter gesehen und sie früh gefördert. Für sie war klar, dass sie eines Tages bei den Olympischen Spielen startet. Dass sie in ihren Augen ihr Talent wegwirft, um ausgerechnet Polizistin zu werden, kann sie nicht nachvollziehen.

Natasha ist kein Teamplayer. Sie ist nachdenklich, introvertiert und wenn sie einen Riecher hat, folgt sie der Spur, egal, welche Konsequenzen es hat. Dabei überschreitet sie ab und an auch mal eine Grenze. In dem ersten Buch war es mein Ziel Natasha und das Team bei dir mit einem Fall einzuführen, der recht einfach erscheint. Ein Mädchen verschwindet und taucht nicht wieder auf. Es ist für sie ein Fall, der eine große Bedeutung hat aufgrund ihrer Vergangenheit.

Ach ja neben dem Schwimmen beherrscht sie 27 Sprachen. Du findest das übertrieben? Ja, in gewisser Weise ist es das und gleichzeitig wieder nicht. Es gab schon in der frühen Zeit Menschen die über fünf Sprachen sprechen. In dem Fall spricht man von Polyglotten. Der Kardinal Giuseppe Mezzofanti (1774-1849) soll 57 Sprachen verstanden und 38 davon fließen gesprochen haben. Oder der deutsche Diplomat Emil Krebs (1867-1930) der sogar 68 Sprachen in Wort und Schrift beherrschte. Such mal nach dem Begriff polyglotte Personen und du wirst erstaunt sein.

Für mich ist Natashas Sprachbegabung ein wesentlicher Bestandteil ihres Charakters. Wenn du die Reihe liest, merkst du, wie sie tickt und das sie sich in der Geschichte weiterentwickelt. Wer sich mit Sprachen beschäftigt, fühlt sich leichter in andere Kulturen ein und erkennt Muster sowie Regel.

Peter Abel (Pit)

Peter Abel ist der Gegenspieler von Natasha und Zwangspartner. Sein Chef will sie im Team. Er hat beim Einstellungstest nichts unversucht gelassen, um sie raus zu kicken. (Es gibt eine exklusive Geschichte darüber, die du dir runterladen kannst, wenn du dich zu meiner Fanpost anmeldest.) Damit steht er im Team nicht alleine da. Von Anfang an plante ich, dass die beiden am Ende zusammenkommen. Das sie sich in den Geschichten so viel Mühe geben, es genau dazu nicht kommen zu lassen, ahnte ich am Anfang nicht. Sie waren widerborstig, was das betraf.

Anders sieht das bei der Arbeit aus. Pit erkennt rasch, wieso sein Chef so erpicht darauf ist Natasha ins Team aufzunehmen. Doch Regeln sind Regeln und wenn sie die Leistung nicht erbringt, kann sie nicht bleiben. Ein Glück, dass es seine Aufgabe ist, das Training zu gestalten, nicht nur für sie, sondern für die gesamte Mannschaft. Mit einer gewissen Zufriedenheit quält er sein Team mit seinen Ansprüchen und manchmal scheitert selbst er daran.

Pit ist ein Familienmensch. Er hat vier Schwestern und Eltern, die ihren Kindern viel zugemutet haben, doch gleichzeitig auch viel Freiraum für ihre Entwicklung. Sein Team führt Pit ähnlich, wie seine Eltern es in der Familie gehandhabt haben. Stück für Stück, ohne sie dabei zu überfordern, holt er Natasha in das Team. Dabei versucht er sie nicht zu verändern, sondern akzeptiert sie, so wie sie ist. Auch wenn es ihm manchmal schwerfällt.

Wieso Themis und nicht Justitia?

Ich bin ein absoluter Fan der griechischen Mythologie. Mein Wissen darüber ist eher halbseiden. Meine Kinder helfen mir oft alles auseinander zu tüfteln. In der Schule wählte ich Latein statt Französisch. Ich liebe Geschichte und es gibt Momente, wo ich mich fragte, wieso ich nicht darauf meinen Schwerpunkt setzte. Dann wiederum wird mir heute mehr und mehr bewusst, dass das, was wir Wissen sehr oft eine Geschichte ist, die von den Siegern geschrieben wurde. Deshalb nehme ich mir die Freiheit, meine eigenen Geschichten zu erzählen.

Justitia hat für mich eine besondere Bedeutung in unserem Rechtssystem. Sie ist die Göttin mit der Waage in der einen Hand und das Schwert in der anderen. Ich fand, dass der Begriff zu viel Bedeutung in der Realität hatte und suchte das Pendant in der griechischen Mythologie. Das war Themis, die Göttin der Gerechtigkeit, der Sitte, der Ordnung sowie der Philosophie. Das fand ich eine interessante Mischung und unbewusst übernahm ich das für meine Sondereinheit. Die Gefahr, dass eine Einheit moralisch korrumpiert wird, weil sie sich als etwas Besonderes betrachtet, sich den Risiken aussetzt und sich am Ende des Tages nur auf sich selbst verlassen kann, ist groß. Dafür brauchen wir uns nur in der Realität die Fälle, in den Sondereinheiten von Deutschland anschauen. Deshalb war mir die Leitung der Einheit so wichtig und das sie beständig hinterfragt wird.

Odin von Lichtenfels (Smart)

Ich liebe Hunde und bin mit ihnen groß geworden. Kein Hund gleicht dem anderen. Die Rassen geben einen groben Hinweis, was sie brauchen und welche groben Eigenschaften sie mitbringen. So wird ein Schnauzer immer laut sein und gerne bellen. Das bedeutet nicht, dass er mit Anleitung, ruhiger sein kann in seiner Lautäußerung, doch je nach Charakter bedarf das viel Geduld. Gleichzeitig darfst du nicht erwarten, dass ein Herdenhund wie z.B. ein Border Collie ein Coach Potato ist. Er braucht Bewegung, am besten auch eine Aufgabe. Oder das ein Jagdhund, locker bleibt, wenn ein Reh seinen Weg kreuzt.

Das gesagt, beschäftigte ich mich bei meiner Recherche intensiv mit den Diensthunden und der Leistung, die sie erbringen. Ich sah mir Dokumentationen an, las Bücher und testete fleißig mit meinen Hunden, das ein oder andere aus. Mit Rina belegte ich ein Mantrailing Kurs und ich durfte erleben, was für eine außergewöhnliche Hündin sie ist. Sie wechselte zwischen Geruch in der Luft und Fährte ab und das kannst du einem Hund nicht antrainieren. Entweder sie bringen es mit oder nicht.

Aus diesen Erfahrungen legte ich Smart vom Charakter her so an, dass er eine enge Beziehung zu Pit und dem restlichen Team hat. Er arbeitet selbstständig aus seiner Erfahrung heraus. Er hat mit Pit einen Besitzer, der ihn aufmerksam beobachtet und seine Körpersprache versteht. Das ist nämlich wesentlich bei einem Hund-Mensch Team. Du kannst Kommandos trainieren, doch entscheidend ist die Beziehung, das merke ich bei meinen Hunden immer wieder.

Nachdem sich Akiro in die Geschichte geschlichen hat, war mir von Anfang an klar, dass etwas passieren muss. Er war nun mal in der Bundespräsidentin nicht mit dabei. Erst sollte er einfach in Rente sein. Doch bei seinem Alter und dem Zeitablauf hätte das auch nicht gepasst. Dumm nur, dass er der heimliche Liebling in der Geschichte wurde und never, ever kill your Darling. Mir war auch klar, dass wenn es keine andere Möglichkeit gibt, dass erhebliche Auswirkungen auf Natasha hat. Am Ende ist es der Dreh- und Angelpunkt für ihre emotionale Situation im dritten Band und passte perfekt zu der Geschichte. Besser hätte ich es mir nicht ausdenken können – Moment es ist ja fiktiv. Akiro hat mir auch beigebracht, dass es posttraumatische Störungen auch bei Diensthunden gibt. Wer einen Hund aus dem Tierschutz hat, kennt das Thema mit den Triggern. Ich durfte beim Schreiben sehr viel von beiden Hunden für meinen eigenen Umgang mit unseren lernen.

Thema von Band 1

Natasha scheitert ausgerechnet an einem Sporttest. Das kränkt nicht nur ihre Ehre, sondern kratzt hart an ihrem Selbstbewusstsein. Sie erhält unerwartet eine zweite Chance. Allerdings muss sie dafür mit Pit zusammenarbeiten. Statt nur an ihrer Leistungsfähigkeit zu arbeiten, damit sie den zweiten Test besteht, lernt sie unerwartet an sich neue Seiten kennen.

Nie hätte sie sich für den Hundetyp gehalten, doch ausgerechnet Rüde Akiro, der selbst jeden Lebenswillen verloren hat, erobert in Nullkomma nichts ihr Herz. Das beruht auf Gegenseitigkeit und zusammen erkennen sie, wie wichtig es ist, das Leben anzunehmen. Sie übernimmt Verantwortung für ihn und hilft ihm wieder, eine Aufgabe zu finden. Das ist der eine Part.

Der zweite Part ist der Fall des verschwundenen Mädchens Mia. Die Mutter eine Freundin von Pits ältesten Schwester Yvonne ist verzweifelt. Die Ungewissheit was passiert ist, lastet schwer auf ihr. Stück für Stück wachsen Natasha und Pit bei dem Fall zusammen. Sie werden, ohne dass es ihnen bewusst wird, zu einem Team. Am Ende finden sie heraus, was passiert ist und mir wurde klar, dass das Recht nie alles im Leben abdecken kann.

Am Ende schrieb ich zu dieser Geschichte ebenfalls ein weiteres Kapitel, weil mich der Gedanke an Mia nicht losließ. Dieses exklusive Kapitel für meine Fans kannst du dir herunterladen, wenn du dich für meine Fanpost anmeldest.

Eigene Erfahrungen

Meine Mutter hat mir immer eine Geschichte erzählt, wie ich das Schwimmen lernte und weitere Abenteuer, die sie um Jahr hat altern lassen. Ob sie stimmen, weiß ich nicht. Ich erzähle sie dir trotzdem. Ich bin das jüngste Kind von vieren mit einem Abstand von drei Jahren zu der nächst älteren. Absolut verwöhnt und immer dabei mit der Sorge etwas zu verpassen. So war es auch bei einem Schwimmbad Besuch. Meine älteren Geschwister konnten schon schwimmen, ich hingegen nicht. Geduld gehört ebenfalls nicht zu meinen Tugenden und so sprang ich einfach mal kurzerhand hinterher, ohne Schwimmflügel anzuhaben. Ich ging unter, kam wieder hoch und paddelte, nach der Hund Methode los.

Das war mein Einstieg ins Schwimmen. Zwei Jahre später sprach meine Mutter ein Schwimmtrainer an, der in mir ein Talent entdeckte, dass er gerne entwickelt hätte für das olympische Sportzentrum, dass dort existierte. Meine Mutter war in ihrer Jugend eine Schwimmerin und wollte nicht, dass ich in so jungen Jahren in das Training gehe. Einige Umzüge später, startete ich ohne Training bei den Stadtmeisterschaften und holte bei zwei von drei Disziplinen, in denen ich mitschwamm, mal eben den ersten Platz.

Eine Zeitlang lebten wir in der Nähe eines Sees. Uns Kindern war es strengstens untersagt dort ohne Aufsicht zu schwimmen. Du kennst das bestimmt mit den Verboten. Wir hielten uns nie daran. Zu der Zeit hatten wir einen Langhaardackel, der uns Kinder liebte und nie von unserer Seite wich. Gemeinsam erlebten wir viele Abenteuer. Er mochte es nicht, wenn wir ihn zurückließen und so schwamm er hinter uns her. Wenn er es ihm zu anstrengend wurde, packte er mit den Zähnen in die Träger unserer Badeanzüge und wir schleppten ihn mit. Dass er See kurz nach dem Ufer steil bergab ging bis auf fünfzehn Meter, störte uns nicht. Irgendwann verriet uns der nasse Hund und es gab eine Standpauke.

Ich war noch nicht in der Schule und wieder waren wir im Schwimmbad. Wir waren in einer Gruppe mit drei Eltern und deren Kinder. Meine Mutter unterhielt sich angeregt mit einer, als die andere sie anstupste und fragte: »Ist das nicht deine Kerstin auf dem zehn Meter Turm?« Bevor sie aufstehen konnte, war ich bereits gesprungen. Wasser ist bis heute mein Element. Ich war später mal eine Zeitlang in einem Schwimmverein und lernte etwas über die Technik hinter dem Schwimmen. Bis heute kann ich niemanden erklären, wie das Schwimmen für mich funktioniert. Ich kann durch das Wasser gleiten ohne, dass es mich anstrengt. Genau diese Leidenschaft teile ich mit dir über Natasha. Tauche mit uns zusammen ein in das kühle Nass. Das nächste Mal, wenn du langsam eine Bahn in einem Schwimmbad, See oder im Meer schwimmst, spürst du, wie das Wasser an deinem Körper mühelos vorbei strömt.

Sondereinheit Themis

Wie alles begann ...

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