Die Stille, die mich umgibt ist absolut und gleichzeitig greifbar. Ich schwebe schwerelos im Wasser. Es hat etwas ursprüngliches. Hat es sich so angefühlt im Bauch meiner Mama? Nein, da war alles viel enger. Und was bitte schön, hat das alles mit dem neuen Politthriller Sondereinheit Themis Band 7 Pipeline zu tun? Fangen wir doch ganz von vorne an.
Ich habe tatsächlich keine Erinnerungen an den Sabotageakt auf Nordstream 2. Keine Explosion. Kein Drama. Kein Kriegsgebrüll. Ja da gab es sprudelndes Wasser in der Ostsee. Schiffe musste Abstand einhalten, aber das war es in meiner Wahrnehmung schon. Um so mehr erinnere ich mich an die Folgen des Sabotage Aktes. Gasspeicher die leer waren. Diskussionen wie die Energie bei einem Engpass verteilt wird. Die Angst vor einem kalten Winter. Menschen in warmen Jacken bei den Webinaren, obwohl sie in der Wohnung saßen. 19 Grad. Kaltes Waschen. Ich bin immer wieder beeindruckt, was wir in Notsituationen leisten können. Wieso klappt das nicht generell?
Klappentext
Die Nord-Stream-Pipeline explodiert. Europa steht am Abgrund. Und Deutschland traut dem Frieden nicht.
Deutschland aktiviert seine Geheimwaffe: die Sondereinheit Themis. Für Natasha wird es zum persönlichsten Fall ihrer Laufbahn – als ihr Stiefbruder ermordet wird.
Je tiefer Natasha und das Team graben, desto verwirrender wird das Bild. Kräfte innerhalb Russlands, die ihren eigenen Präsidenten sabotieren wollen? Die USA, die Deutschland gewarnt hatten – und jetzt nachgeholfen haben? Oder europäische Verbündete, für die Deutschland erpressbar war? In einem Labyrinth aus Lügen und geopolitischen Interessen weiß niemand mehr, wem er trauen kann.
Am Ende steht nicht die Frage, wer es getan hat. Sondern ob man bereit ist, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen – auch wenn es die Welt verändert.
Band 7: Pipeline
Reihe: Sondereinheit Themis
Genre: Politthriller
Setting: Deutschland, Europa und Ostsee
Protagonistin: Natasha Kehlmann und ihr Team
Themen: Energiekrieg, Familienkonflikt, Geheimdienste, Sabotage
Für Lesende von: Krimis, Politthriller, starke Frauenfiguren, gesellschaftlich relevante Geschichten.
eBook: 2,99 Euro Seitenzahl: steht noch nicht fest
Die Idee hinter der Geschichte
Carsten und ich hören auf langen Fahrten am liebsten Podcasts oder Hörbücher. Über die Zeit bin ich auf den NDR Podcast zu Nordstream 2 gestolpert und erst da wurde mir bewusst, was die Durchführung des Sabotageaktes bedeutete. Sowohl von den Risiken als auch von den politischen Konsequenzen.
Wir haben die Auswirkungen gemeistert. Der Ausbau der erneuerbaren Energien gingen schneller voran als gedacht. Wir hatten einen Wirtschaftsminister der Realpolitik in den Mittelpunkt seiner Amtszeit setzte und sich nicht scheute auch gegen aller Kritik Regierungen um Hilfe zu bitten, um für uns alle die Energiesicherheit zu gewährleisten. Für Deutschland bedeutet erneuerbare Energien Freiheit. Freiheit von Konzernen aus anderen Ländern, die mit uns viel Geld verdienen möchten. Deren Kriege und wirtschaftliche Schieflage wir finanzieren sollen.
Das alles hat in mir gearbeitet. Mir wurde klar, dass der Sabotageakt von Nordstream perfekt in meine Reihe Sondereinheit Themis passt. Vor allem nachdem ich das Ende von Band 6 Endgame gelesen habe, wo Natasha erfährt, dass ihr biologischer Vater der Russe Michail Nesterow ist, ehemaliger KGB Agent und jetzt Oligarch mit verschiedenen Unternehmen. Neben Backup Software auch Energieunternehmen.
Energie, Technologie und Freiheit
Ich komme aus der IT und liebe Technologie. Deshalb höre ich nie der Politik zu, sondern beschäftige mich mit Techniken. Unser 400qm Haus in dem wir wohnen und unsere Firma sitzt ist Gas frei. Trotz unseres enormen Energiebedarfs durch das kleine Rechenzentrum sind wir inzwischen autark.
Wir fahren seit sechs Jahren elektrisch und ziehen unseren 2.100 kg schweren Caravan mit einem E-Auto. Unser Batteriespeicher bringt uns durch die Nacht. Zu über 70% laden wir unsere Fahrzeug zu Hause mit der Energie, die wir erzeugen. Es geht also. Mit einem intelligenten Smartgrid, dass den Energiebedarf verteilt.
Das Zwischenspeichert und die kostengünstigen Zeiten nutzt, um spätere Spitzen abzufangen. Wieso keine regional Energieversorgung? Na ja, weil das für die Versorgungsunternehmen mit vielen Kosten verbunden wäre und einem Einbruch im Umsatz. Denn Sonne und Wind kosten nichts, nur die Technologie, die wir brauchen, um sie zu nutzen.
Unter Wasser - meine andere Welt
Ich weiß nicht wie ich schwimmen gelernt habe. Im Grunde konnte ich es schon immer. Ich habe es auch nie geschafft meinen Kindern das Schwimmen beizubringen, weil ich kann ich verstand, wieso es etwas ist, dass man lernen muss. Am liebsten schwimme ich in Seen und dem Meer. Meinen Tauchkurs machte ich mit 17 Jahren. Damals wollte ich noch Meeresbiologie studieren. Ich wusste nicht, dass die wissenschaftliche Arbeit überwiegend in Laboren und an den Computern stattfand.
Die Sicht unter Wasser ist unterschiedlich. Je nachdem in welcher Umgebung du dich befindest. Du tauchst immer mit einer Person zusammen. Aus Sicherheitsgründen, wenn es zu einer Notsituation kommt. Im Training übst du solche Fälle. Beim Schwimmen in einem Bergsee, verhedderte ich mich ein einem Drahtseil. Ein Zeichen zu meinem Partner, er kam und schnitt mit einem Messer den Draht an einem Hals durch. Kein angenehmes Gefühl. Dafür braucht es absolutes vertrauen. Panik darfst du nicht haben, weil du da Sauerstoff atmest und du durch schnelle Atmung hyperventilieren kannst.
Das Tieftauchen habe ich nie praktiziert. Carsten schwimmt gar nicht in freien Gewässern. Mit der Geburt unseres Sohnes bat er mich das Tauchen auf Eis zu legen. Heute kann ich es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Bei der Recherche für die Geschichte erinnerte ich mich daran, dass man mit unterschiedlichen Gemischen in den Flaschen taucht, um eine zu große Konzentration von CO2 im Körper zu vermeiden.
Es sind Dekompressionsphasen notwendig. Die Sicht auf dem Boden der Ostsee ist längst nicht so gut, wie in Kroatien. Dort konntest du, als ich Teenager war über 15m tief die Gabel sehen, die du beim Spülen verloren hattest. Also eine Pipeline auf dem Grund zu finden ist gar nicht so leicht. Vor allem unter einem begrenzten Zeitfenster. Tauchende die ohne Flasche in die Tiefe gehen können schneller tief tauchen und auch wieder auftauchen. Dafür müssen sie lange die Atemtechnik üben, um über einen längeren Zeitraum die Luft anzuhalten.
Was hat dich bei der Recherche berührt
Du merkst es ist die Durchführung des Sabotageaktes selbst, die eine gewissen Bewunderung für mich darstellte, beim Schreiben der Geschichte. Das und die politische Fragestellungen, die damit einhergehen. Wie gut, dass ich fiktionale Bücher schreibe und keine Realpolitik betreiben muss.
Bei der Recherche kam für mich immer wieder die Fragen auf. Waren es Helden, die den Sabotageakt durchführten oder sind es Täter, die die Energiesicherheit eines ganzen Landes auf das Spiel setzten. Wieso überhaupt Helden? Mit einer Pipeline durch die Gas fließt, wären wir leichter zu erpressen gewesen. Oder anders ausgedrückt, die Versuchung wäre groß gewesen das russische Gas weiter zu beziehen. Es ist ja nicht so, dass wir in Europa kein russisches Gas mehr verwenden. Ziemlich seltsam, dass man auf der einen Seite ein Land sanktioniert und ihm auf der anderen Seite Devisen zukommen zu lassen, damit es weiter Krieg führen kann. Klar, dass ich diese Frage aus unterschiedlichen Perspektiven in der Geschichte betrachte.
Natasha, Pit und der Nachwuchs
Doch es gab für mich noch eine weitere Herausforderung in dem Buch. Damit ich nicht in Versuchung gerate, die Reihe weiterzuschreiben, habe ich mal eben drei der Frauen in dem Team von Pit Kinder bekommen lassen. Natasha und Pit haben Zwillinge bekommen. Für Pit ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen. Er liebt seine Vaterrolle. Natasha hadert da etwas mehr. Gabriella und Bruno haben eine Tochter. Zoe und Caro mit Mark als biologischen Vater einen Sohn. Mit anderen Worten wir haben drei Mal Nachwuchs und sieben Elternteile im Team. Tja, was mache ich den jetzt?
Aus der Erfahrung des Schreibens der zweite Season der Sondereinheit Themis wollte ich die Anzahl der Figuren übersichtlich gestalten. Den Point of View (POV) reduzieren auf zwei, drei Blickwinkel. Ich blieb also bei meinem ursprünglichen Team von 10 Personen und griff nicht auf die anderen zehner Teams in der Sondereinheit zurück.
Ich kann mich noch sehr gut an meine eigene Naivität erinnern bevor ich Mutter wurde. In der Schwangerschaft dachte ich, dass ich mich in meiner Persönlichkeit nicht ändere. Doch in dem Moment wo du ein Kind hast, ändert sich dein Blickwinkel in vieler Hinsicht. All das fließt in die Geschichte mit ein. So ist das in meinen Büchern. Die Figuren sind Personen, die dir im wahren Leben über den Weg laufen können.