23. September 2016

Wie ITler Urlaub machen

Wenn uns andere Leute mit unseren Laptops und Handys im Liegestuhl vor unserem Wohnwagen entdecken, ernten wir oft irritierte Blicke. Klar, andere Urlauber sitzen mit einem eReader, Buch, einem Glas Wein, einem Spiel oder dem Strickzeug vor ihrem Wohnwagen; daher ist es wohl für manch einen schwer zu verstehen, dass wir unsere “Arbeit” mit in den Urlaub nehmen.

Wir lieben unsere Arbeit. Nicht immer, zugegeben. Es gibt auch verdammt anstrengende Seiten daran. Sei es die Bearbeitung von Reklamationen, das Ausfüllen von behördlichen Formularen, Prüfungen und manchmal ist es auch schlicht und ergreifend einfach zu viel. Da möchten wir nur abschalten.


Geht das mit Laptop und Handy?

Ja, weil wir nur das machen, worauf wir Lust haben. Der Fokus steht auch bei uns auf erholen. Wir kochen etwas leckeres zum Essen, gehen gemeinsam in Ruhe Lebensmittel einkaufen und spülen. Auch das klingt für die meisten eher ungewöhnlich. Viele lieben es ins Hotel zu gehen, um mal nicht kochen zu müssen. Wir essen für unser Leben gerne, richtig gut. Kein Fastfood, sondern echtes Slowfood; uns die Zeit und Muße zum Kochen nehmen zu können, um es später ohne Zeitdruck zu genießen— das  ist für uns Erholung pur.

Wir lieben die Herausforderungen.

Die Natur ist ein weiterer Bestandteil unseres Urlaubes, wir lieben es lange Strecken zu wandern. Am liebsten mit unserem Zwergschnauzer Linus, der aus einer unglaublich athletischen Zucht kommt. Er hält er nicht nur lange Strecken locker durch, nein, er ist auch ein geschickter Kletterer. So ist er mit uns in diesem Jahr sogar auf die Zugspitze gewandert. Dass ich ihn im letzten Teilabschnitt im Rucksack getragen habe, lag nicht daran, dass wir ihm das letzte Stück nicht zutrauten, sondern an den anderen Wanderern.

Viele unterschätzen den höchsten Berg Deutschlands, weil der Deutsche Gebirgsverein ein tolles Wegenetz angelegt hat, welches auch Anfängern den Aufstieg ermöglicht. Stopp, nicht ganz — du brauchst natürlich trotzdem Kondition, musst schwindelfrei sein, solltest trittsicher sein und da es sich um ein Klettersteig handelt, auch am Ende auch die Gurte für das Absichern bereit halten, letzteres haben auch wir übersehen. Vor Allem die Kondition in der Höhenluft und die Kraft fehlen am Ende vielen Bergbesteigern, weshalb Steinlawinen durchaus üblich sind. Deshalb hatte ich Linus am Ende sicherheitshalber im Rucksack.

In diesem Kurzurlaub besuchten wir einen Klettersteigkurs für Anfänger. Das hätten wir besser  im Vorfeld gemacht. Wir lernten einiges und fühlen uns jetzt gut vorbereitet für die nächsten Herausforderungen, die wir angehen möchte. Doch erstmal gönne ich mir noch einen weiteren Urlaub dieses Jahr. Das grenzt für mich an totalen Luxus: Ich fahre ans Meer. Ganz allein —naja, fast -—Linus kommt natürlich mit. Ich glaube es ist der dritte Urlaub in meinem Leben, in den ich alleine aufbreche. Der Erste, wo ich mir nichts vorgenommen habe. Kein Sprachurlaub, wie beim ersten Mal. Kein Schreibkurs, wie das zweite Mal. Ich freue mich total darauf und bin gespannt, wie lange ich es aushalte, bis ich mir mein Laptop schnappe, um die nächste Geschichte zu schreiben.