Überschriften oder Kapitelnummern - Kerstin Rachfahl Schriftstellerin

Überschriften oder Kapitelnummern

thinkEs gibt eine Frage, die ich mir zur Zeit häufger stelle. Für die Antwort brauche ich deine Hilfe. Die meisten Romane die ich lese, verwenden schlicht und ergreifend die Kapitelnummerierung. Also “Kapitel 1, Kapitel 2 …” oder “Erstes Kapitel, zweites Kapitel …” ich denke du verstehst das Prinzip. Ich verwende bei meinem Rohentwürfen grundsätzlich Begriffe für die Kapitel. Im vierten Band von Licht und Dunkelheit, den ich derzeit schreibe, also “Leonora, Beisetzung, Offenbarung …” im Schreibprozess ist das für mich enorm wichtig weil ich allein durch den Namen weiß, was in dem Kapitel passiert. Das behalte ich auch bei der Zusammenarbeit mit meiner Lektorin und später meiner Korrektorin so bei. Ich werde nie vergessen, wie ich bei meinem ersten Roman: Duke – Ein weiter Weg zurück bei der Überarbeitung mit dem Lektorat durch die Nummerierung völlig durcheinander geriet.

Wenn ich mich jedoch als Leserin einem Roman widme, ist für mich unwichtig, ob da “Kapitel 1” oder “Leonora” steht. Romane lese ich im Prinzip ja immer linear also von Anfang bis zum Ende. Selten springe ich zurück oder lese eine Passage nochmal. Wenn ich es aber mache, dann fluche ich immer leise vor mich hin, weil die Nummern mir so gar keinen Anhaltspunkt geben. Bei Sachbüchern wäre ich ohne aussagekräftige Titel vollkommen verloren.

Natürlich ist es so, dass Überschriften auch verraten können, was so alles auf die Protagonistin zukommt. Das kann möglicherweise einen Teil der Spannung nehmen. Ich bin also jetzt hin- und hergrissen wie ich es in Zukunft bei der Veröffentlichung handhaben soll. Lieber die Überschriften, wie beim Schreiben des Rohentwurfs und der Überarbeitung? Oder Kapitelnummern?

Was ist deine Meinung dazu? Achtest du überhaupt darauf oder hast du darüber noch nie nachgedacht?