Theona: Aus dem Lektorat auf den Schreibtisch - Kerstin Rachfahl Schriftstellerin

Theona: Aus dem Lektorat auf den Schreibtisch

Am Freitag dem 19.09. war es soweit, mitten auf der SCU (System Center Universe) Europe in Basel, bekam ich die E-Mail von meiner Lektorin, dass der Erste Lektorats Durchlauf fertig ist. So was Blödes, denn natürlich gab es noch so viele Interviews, die ich machen wollte, dass ich noch nicht einmal die Zeit hatte, in den Text zu blinzeln. Also musste ich warten, bis wir in der Nacht wieder zu Hause ankamen. Der erste Blick ist immer erschütternd. Gefühlte tausend Kommentare, Veränderungen und Fragen, die es zu beantworten gilt. Früher dachte ich immer, das müsste für die Autoren fruchtbar sein. Stattdessen finde ich es, unglaublich spannend. Natürlich gehört das Vertrauen zur Lektorin dazu, dass sie wirklich meine Stimme in der Geschichte erhält und das ich verstehe, was sie meint. Die Vorstellung mit einem Lektorat zusammenarbeiten zu müssen, ohne Einfluss zu haben, darauf hätte ich keine Lust.
So bin ich gerade mit Feuereifer dabei eine Kapitelübersicht für uns beide zu schreiben. Etwas das ich eigentlich immer im Vorfeld versuche zu machen und was irgendwann im Laufe des Schreibens in Vergessenheit gerät. Danach hangle ich mich von Kommentar zu Kommentar. Ich lese mir die spontanen Eindrücke durch und freue mich, dass am Ende die Geschichte wieder ein Stück besser sein wird. Mein Ziel ist es, mit jedem Buch ein Stück besser zu werden.
Gleichzeitig mit der E-Mail kam auch das Cover für das Buch an mich zurück. Wow – ich starrte erst einmal völlig geblendet auf meinen Bildschirm. Obwohl ich an dem Gestaltungsprozess eines Covers sehr viel Freude habe, zeigte mir doch die Zusammenarbeit mit einem professionellen Designer, bei den gedruckten Büchern von Hanna, was für ein großer Unterschied, zwischen den Gestaltungen liegt. Meine große Sorge war es, dass das Thema der Geschichte in dem Design-Cover verloren geht. Ich habe mir viele Designer und Entwürfe von Covern angesehen, meist von Geschichten, die ich selbst gelesen habe. Oft bekam ich dabei das Gefühl, dass das, was dort vorne gezeigt wird, mit der Geschichte nichts zu tun hat. Es gibt so viele Cover mit sexy Frauen und Männern, dass ich es mir langsam leid gesehen habe. Für mich ging es um den Inhalt, dass er widergespiegelt wird. Das Cover ist kein Mainstream – es ist Theona in Licht und Dunkelheit. So sehr, dass ich eine Gänsehaut bekam. Die Ruhe, die Kraft, die Unsicherheit, das Licht und die Dunkelheit, alles finde ich darin wieder. Jetzt freue ich mich schon auf das neue Cover für den ersten Band von Licht und Dunkelheit, Levarda. Das bekommt ihr vermutlich auch zuerst zu sehen, weil ich ja jetzt erst einmal wieder Theona auf dem “Schreibtisch” – genauer Surface zur Überarbeitung liegen habe. Bei 675 Normseiten, dauert das ein Weilchen.