Sondereinheit Themis: Akiro - Kerstin Rachfahl Romantik und mehr ...

Akiro, der zweite Schäferhund in der Sondereinheit Themis, war überhaupt nicht geplant. Er brachte mich in echte Schwierigkeiten, weil ich zu dem Zeitpunkt bereits das Buch: Die Bundespräsidentin geschrieben hatte und dort nun mal nur Smart, der K9 der Einheit, auftauchte. Doch wie kam es dazu?

Natasha kann mit Hunden überhaupt nichts anfangen. In ihrer Kindheit hatten ihre Nachbarn einen Riesenschnauzer und der hat ihr eine Heidenangst eingejagt. Aber Natasha möchte nun mal auch in die Sondereinheit Themis. Also beantwortet sie die Fragen, um ihre Expertise zu Hunden, kreativ. Sie lügt nicht, erzählt aber auch nicht die Wahrheit. Dummerweise verhält sie sich falsch bei ihrer ersten Begegnung mit Smart und es bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich auf das Hundetraining einzulassen, dass ihr neuer Partner ihr ​aufoktroyiert.

​An dem Punkt, in dem ersten Band von Themis: "Auf Probe", lief alles noch einigermaßen wie geplant. Doch dann geht Natasha an einen der Hundezwinger vorbei und entdeckt Akiro. Huch, wer ist das denn? Ich sah in genau vor Augen, wie er sich in der Hundehütte verkrochen hat und ihr nur den Rücken zukehrt. Er ist ein Diensthund im amerikanischen Militär, der in einem Einsatz seine halbe menschliche Mannschaft verliert, darunter auch seinen geliebten Hundeführer Ash.

Warum musste es ausgerechnet er sein? Warum nicht Smart? Nun, weil Smart einfach Peter gehört und er Natasha natürlich anfeindet, weil sein Herrchen sie anfeindet. Akiro hingegen will sterben. Nur Jake zuliebe, der ihn rettet und auch dafür sorgt, dass der Hund nach Deutschland zurück zum Züchter kommt, in der Hoffnung, das er ihm neuen Lebensmut einflößen kann, hat er überhaupt etwas gefressen​. Deshalb musste es Akiro sein, weil Natasha in ihm ihre Seelenverwandtschaft spürt. Es ist seine Trauer, seine Verlorenheit, die sie berührt und die sie versteht​. Er gibt sich die Schuld für den Tod von Ash und auch sie trägt die Schuld an dem Tod eines Menschen, der ihr sehr nahe stand. Das verbindet die Beiden.

Viele Leserinnen in der Leserrunde schrieben, dass es unrealistisch ist, was Natasha macht und wie der Hund reagiert. Es ist schwer zu beschreiben, was passiert, wenn man einem Hund das erste Mal begegnet und genau weiß, er gehört zu dir und du zu ihm. Bei unserem Linus, einem Zwergschnauzer ist es neun Jahre her. Doch vor knapp zwei Wochen, traf es mich und meinen Mann zum zweiten Mal, wider aller Vernunft.

Frau küsst Hund im Sonnenuntergang

​Wir waren auf einer IT-Konferenz in Cluij Rumänen. Einer der Sponsoren stellt dabei ein soziales Projekt vor. Diesmal war es NUCA animal welfare e.V. und mit dabei waren fünf Welpen und eine davon war Rina. In Rumänien gibt es kein Tierheim. Stattdessen versucht der Verein Menschen zu gewinnen, die die Hunde erstmal zur Pflege aufnehmen, um sie dann an Adoptiveltern zu vermitteln. Rina hat ein genetischen Defekt, musste operiert werden und es fand sich keine Pflegestelle. Deshalb lebte sie in der Klinik und musste den überwiegenden Teil dort eingesperrt sein.

Was uns an Rina sofort auffiel, war ihre Neugierde, ihre Offenheit, ihre Lebensfreude und dass sie sich um sich selbst kümmerte. Während die anderen Welpen meistens schliefen, spielte sie die ganze Zeit. Menschen gegenüber verhielt sie sich total freundlich, doch letztlich interessiert sie sich nicht dafür. Eigentlich wollten wir keinen zweiten Hund. Eigentlich wollten wir zwei Jahre eine Pause zum Reisen einlegen, wenn unser Linus mal nicht mehr ist. Eigentlich ist Linus ein echter Einzelhund, der niemanden in seinem Revier duldet. Eigentlich, eigentlich, eigentlich... alle Bürokratie zum Trotz, arbeiteten alle Stellen unglaublich schnell, um es der kleinen Rina zu ermöglichen, endlich ihr Leben zu genießen. So konnten wir sie am letzten Samstag, nach einer zweiundzwanzigstündigen Reise in der Nähe von Schweinfurt abholen.

​Ja, es ist nicht leicht einen acht Monate alten Hund in der Familie aufzunehmen. Unser Linus ist davon überhaupt nicht begeistert, doch er macht es viel besser, als wir es erwartet hätten. Rina ist nach knapp einer Woche bereits ein Teil unserer Familie, weil sie einfach zu uns passt. Sie macht Sitz, kommt wenn wir sie rufen und sucht mich, wenn sie glaubt, sie hätte mich verloren.

Genau das ist es auch, was die Beziehung zwischen Natasha und Akiro ausmacht. Zwei Seelen, die wissen, was es bedeutet einen Menschen zu verlieren, den sie lieben. Klar ist Akiro ein ausgebildeter K9, eine Waffe, die auch tötet, wenn es gilt seine Menschen zu beschützen. Natürlich ist es leichtsinnig von Natasha in sein Gehege zu gehen und selbstverständlich, zeigt ihr Akiro auf, dass sie eine Grenze überschreitet. Gleichzeitig wissen beide, dass sie sich gesucht und gefunden haben. Das ist es, was Natasha spürt und sie wider aller Vernunft dazu bringt, ihre eigene Grenze zu überschreiten.

Rina unser transilvanischer Mischling

​Ich erlebe es viel zu häufig, das Menschen sich nicht auf einen Hund einlassen, sondern denken, es wäre ein Kuscheltier, ja sogar ein Mensch. Kein Hund ist das​, auch nicht ein Kleiner. Unsere kleine Rina hat heute Morgen, weil ich nicht wusste, dass sie so reagiert, eine Kuhherde zusammengetrieben. Zum Glück für mich, bekam sie Panik, als sie mich nicht mehr hörte und sah und suchte mich. Das hätte genauso gut auch schiefgehen können und der Bauer wäre zurecht sauer auf mich gewesen. Es war leichtsinnig von mir, sie frei laufen zu lassen und ein Fehler. Ein Hund ist ein Hund, ein Raubtier mit einem Gebiss, das böse Verletzungen verursachen kann. Deshalb muss auch jeder Hund erzogen werden. Der Alpha in dem Rudel bin ich und niemand sonst.

In der Leserunde ist Akiro, neben Smart, der absolut Favorit in der Geschichte. Ich kann es absolut verstehen, schließlich hat er es auch geschafft, sich in den Roman zu schleichen.

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