Schreibtagebuch: Cover und der Glaube in Hannas Entscheidung - Kerstin Rachfahl Schriftstellerin

Schreibtagebuch: Cover und der Glaube in Hannas Entscheidung

HannaEntscheidung-TestHannas Entscheidung ist die Fortsetzung der Geschichte von Hanna aus dem ersten Teil: Hannas Wahrheit. Ich schreibe zur Zeit fleißig am zweiten Teil. Zwar liege ich hinter meiner Planung etwas zurück, aber das hole ich locker wieder auf. Das neue Schreibprogramm und die notwendigen Überarbeitungen für mein Fantasy Roman haben mich zurückgeworfen. Meine Hoffnung ist, dass der Rohentwurf von Hannas Entscheidung richtig gut ist, so dass mein Lektorat es diesmal einfacher hat. Zwischendurch brauche ich einfach mal einen anderen kreativen Prozess, so dass ich weiß – hier ist mein Ziel. Natürlich weiß ich nicht, ob es wirklich der endgültige Entwurf für das Cover ist.

Der Glaube und die Kirche

Wie ihr seht dominiert der Petersdom in dem Cover. Zum einen, weil dort die Geschichte beginnt, nach zwei Kapiteln aus Berlin. Zum anderen spielt die Kirche und

der Glaube von Hanna eine wichtige Rolle in diesem zweiten Teil. Ich setze mich als Katholikin intensiv mit meinem Glauben auseinander, besonders mit der Kirche in Rom. Sowohl geschichtlich, als auch christlich ist Rom für meinen Glauben ein Zentrum. Wer durch die Katakomben gegangen ist, das Kolosseum betreten, die Engelsburg und den Vatikan, neben dem Petersdom besichtig hat, kann vielleicht meine konträre Empfindung nachvollziehen – Kirche heute – Kirche damals. Für den Glauben bei den Spielen sterben? Ans Kreuz genagelt, von Löwen gefressen werden? Wäre mein Glaube so standhaft? Wäre dem Papst, Bischöfen, Priestern und den Ordensmenschen ihr Glaube so standhaft?

Alle zehn Jahre spielen wir in Hallenberg die Passion. Etwas was ich mir niemals angesehen hätte. Doch meine Kinder wollten unbedingt 2010 mitspielen. Erst waren unseren Rollen beschränkt auf das Volk. Dann musste mein Mann eine Rolle im hohen Rat übernehmen und ich kam als Jüngerin mit zu der Gruppe von Jesus, weil die Beziehung zwischen Jesus und Maria von Magdala, bei der Inszenierung für Aufsehen sorgte. Mit mehreren Jüngerinnen, hat die Regisseurin diese Szene besser als ein Gedankenimpuls setzen können. Die Emotionalität spielte eine große Rolle, so dass wir uns sehr intensiv in die Rollen einfühlten. Das Wechselspiel – Jesus, dem ich als Frau in der damaligen Zeit folge und die Familie verlasse – die Angst und Verleumdung beim Aufgriff von Jesus – das Hetzen im Volk, dass er gekreuzigt werden soll. All das hat mich meinen Glauben tatsächlich erleben lassen. Diese Eindrücke und Konflikte greife ich in dem zweiten Teil von Hanna auf.

Wie intensiv? Da bin ich mir noch nicht sicher.