Meine Lesung im KUMA - Oberschledorn - Kerstin Rachfahl Schriftstellerin

Meine Lesung im KUMA – Oberschledorn

Kuma16Sich auf anhieb wohlfühlen in einem künstlerischen Ambiente in einer heimeligen Atmosphäre, so kann ich den Beginn des Abends nur beschreiben. Ein spannendes Gespräch durfte ich gleich zu Anfang mit einer Journalistin führen und wir hatten viel Spaß miteinander. Oft ist es so, dass mich die Fragen anderer zu meinen Geschichten inspirieren nachzudenken, warum ich etwas so schreibe und nicht anders.

Dabei wurde mir diesmal klar, wie sehr mich die Rezensionen meiner Bücher, die ich alle lese, beschäftigen. Warum empfinden manche Leserinnen meine Protagonistinnen als zu tough? Während andere sie als zu lasch bezeichnen? Warum spricht ein Leser von fehlendem Realismus? Stellt er sich die Frage auch, wenn er z.B. den letzten James Bond Film Spectra anschaut? All die Anmerkungen helfen mir, dass ich bewusster an meine Figuren und die Geschichten heran gehe. Oder das ich meinen Schreibprozess hinterfrage und überlege, wie ich es mit der nächsten Story besser machen kann.

Das war auch für mich, dass was den Abend prägte. Nicht das Vorlesen aus dem Buch, sondern die Chance über die Hintergründe zu erzählen, die mich zum Schreiben der Geschichte bewegten. Drei Mal aus dem Buch lesen, zwei Mal von den Hintergründen erzählen, hat mich zu der Entscheidung bewogen, es in Zukunft noch anders zu machen. In Leipzig werde ich wirklich nur kurz aus “Sonate ins Glück” – lesen und vor allem über den Schreibprozess reden.

Jenseits der StilleToll ist es einer jungen Künstlerin zu begegnen, mit der ich nicht nur den Vornamen teilte, sondern die sogar den Film “Jenseits der Stille” – kennt und genauso mag, wie ich. Ihre gespielte Musik mit der Klarinette hat mich tief bewegt. Sie hat die Stücke ganz toll ausgesucht. Als sie beim Spielen sogar die Augen schloss und sich völlig der Musik hingab, da hat sie meiner Pianistin Emily Leben eingehaucht. So hatte ich mir den Charakter immer vorgestellt.

Am Ende gab es zum ersten Mal eine Menge Fragen. Eine Besucherin wollte schon immer gerne einen Krimi schreiben. Ich hoffe, ich konnte sie motivieren genau das in Angriff zu nehmen. Es ist nie zu spät seine Träume zu verwirklichen, nicht wahr? Etwas anderes, wozu mich meine musikalische Begleitung inspirierte. Finanzielle Sicherheit kann manchmal ein Gefängnis sein, aus dem sich mutige Frauen befreien, um den Weg zu gehen, den sie für sich als richtig empfinden. Definitiv eine Idee für eine nächste Geschichte.

Gehen dir irgendwann die Ideen zu Geschichten einmal aus? Nein, wie könnten sie, bei so vielen unterschiedlichen Menschen, die mir in meinem Leben begegnen, mir Fragen stellen und mich zum Nachdenken animieren über Gott und die Welt.

Impressionen aus dem Abend: