Kann Politik spannend sein? - Kerstin Rachfahl Romantik und mehr ...
Brandeburger Tor in Berlin im Abendlicht

Es gab eine Zeit, da war ich von der Politik vollkommen fasziniert. Ich diskutierte, ereiferte mich, las Bücher und Zeitungen, um mir eine Meinung zu bilden und zu entscheiden, wem ich meine Stimme gebe. Von meinen Überzeugungen neige ich zu einer Partei, doch nicht immer bin ich von den Führungspersonen begeistert. Bei der Wahl spielen für mich auch strategische Gedanken eine Rolle und deshalb entscheide ich jedes Mal aufs Neue, wem ich meine Stimme gebe.


Eine Zeit lang, war ich dann viel zu sehr mit meinem eigenen Leben beschäftigt, als dass ich die Politik weiterverfolgt hätte. Grundsätzlich habe ich ein großes Vertrauen in die Frauen und Männer, die sich politisch engagieren. Auch wenn die Szene immer wieder mit Skandalen durchsetzt ist. Es gibt aber auch Frauen und Männer, die mich besonders inspirierten.

Politiker/innen sind Menschen

Politikerinnen und Politiker sind Menschen, wie du und ich. Sie machen Fehler. Sie treffen falsche Entscheidungen. Sie kommen aus unterschiedlichen Verhältnissen. Manchmal lassen sie sich korrumpieren. Oft bedeutet ihr Beruf ein Spagat, zwischen dem was man will und dem was sich realistisch erreichen lässt. Es ist vor allem ein Kompromiss.

Je tiefer ich in die Recherche zur Bundespräsidentin einstieg, desto faszinierter war ich von der deutschen Politik. Ich bin froh, dass ich nicht diesen Job gewählt habe. Mir wäre das persönlich zu viel Verantwortung.


Bei der Recherche zu dem Politthriller: Die Bundespräsidentin, verfolgte ich den Terminkalender unseres aktuellen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Wow. Ich war zutiefst beeindruckt. Ein Mensch wie ich, der am liebsten zu Hause seine tagtägliche Routine verfolgt, kann nur den Hut ziehen, vor all der Reisetätigkeit. Besuche in Schulen, Universitäten, den Bundesländern und natürlich all den anderen Ländern, in die sein Weg ihn führt. Vor allem jetzt mit dem Ergebnis der Bundestagswahl und dem Scheitern der Koalitionsverhandlungen, wird deutlich, dass das Amt des Bundespräsidenten in Deutschland weiterhin einen wichtigen Stellenwert besitzt. Es ist ein Gegengewicht zum höchsten Regierungsamt der Bundeskanzlerin.

Brauchen wir das Amt der Bundespräsidentin?

Anfangs kam bei mir oft die Frage auf. Warum gibt es überhaupt noch dieses Amt? Doch je tiefer ich mich mit Steinmeier und Gauck beschäftigte, desto mehr wurde mir klar, welch wichtig innen- und außenpolitische Bedeutung das Amt hat. Ein Bundespräsident muss keiner Partei angehören. Er darf sich nicht von dem Parteiprogramm, wenn er denn einer Partei angehört, beeinflussen lassen. Er kann gesellschaftliche Fragestellungen aufgreifen und sie in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ziehen. International kann er Gespräche führen und weil er keinerlei Regierungsarbeit leistet, können diese auch sozusagen unter dem Radar geführt werden.


Mir hat die Recherchearbeit total viel Spaß gemacht. Ich fand es unglaublich spannend und heute betrachte ich das Amt des Bundespräsidenten mit ganz neuen Augen. Politik kann unglaublich spannend sein. Und wer weiß, vielleicht ist unser nächste Bundespräsident eine Frau.

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