Hörbuch Verlag suchen oder selbst in die Hand nehmen?

Vor dieser Frage stand ich, nachdem ich mir über die einzelnen Schritte, wie ein Hörbuch produziert und auf den Markt gebracht wird klar wurde. Du hast den Blogpost noch nicht gelesen? Zum Blogpost: Tipp – Wie du ein Hörbuch produzierst.

Ich bin unglaublich schlecht in Marketing. Als ich anfing internationale Betriebswirtschaft zu studieren, sollte das mein Schwerpunkt werden. Am Ende entschied ich mich für die Informationstechnologie und das Controlling. Es bereitet mir keine Schwierigkeiten meine Bücher, kaum sind sie veröffentlicht, als ein Produkt zu sehen. Anfangs nahm ich Kritik persönlich, heute weiß ich, dass ich von einer konstruktiven Kritik viel lernen kann.

Warum fällt mir Marketing schwer?

Ich bin erzogen worden Bescheiden zu sein, Rücksicht auf andere zu nehmen und auf keinen Fall jemanden das Gefühl zu geben er oder sie wären mir unterlegen. Mich selbst ins Rampenlicht zu stellen war und ist undenkbar für mich. Du kannst dir jetzt bestimmt vorstellen, warum es mir so schwerfällt, einen begeisterten Kurztext über mein neues Buch zu schreiben, selbst wenn es super gute Kritiken bekommt. Ich bekomme schlechte Laune, wenn ich auf ein Social Media Kanal etwas posten soll und überhaup? Sind die nicht dafür da echte Beziehungen aufzubauen, statt rauszuschreien, wie toll meine Bücher sind?

Ich glaube, dass der Audio Markt in Deutschland fest in den Händen von Audible liegt. Wer Geld mit seinen Hörbücher verdienen möchte, muss dort präsent sein. Ja, ich sehe Hörbücher CDs in den Buchhandlungen. Kauft die jemand? Keine Ahnung. Ich jedenfalls nicht, denn ich höre Hörbücher immer nur auf meinem Smartphone. Das war der Grund, weshalb ich überhaupt anfing Hörbücher zu hören, weil es so unglaublich simple war. Statt Benjamin Blümchen hörten wir mit den Kindern auf einmal Der kleine Ritter Trenk. Um bei Audible ein Hörbuch hochladen zu können, muss man als Lieferant für Hörbücher registriert sein. Mir wurde klar, nein, ich will nicht noch eine Baustelle aufmachen. Eigentlich möchte ich nur Bücher schreiben und nicht meine kostbare Zeit, die mir bleibt, noch mit Hörbuch Plattformen und Technik teilen.

Die Suche nach einem Hörbuch Verlag

Drei Jahre lang machte ich zaghafte Versuche einen Audio Verlag anzusprechen. Wenn ich es denn wagte auf einer Messe jemanden anzusprechen, wurde schnell klar, niemand ist daran interessiert mit einem Selfpublsher ein kostspieliges Hörbuch zu produzieren ohne eine große Fanbasis oder ein Platz in den Top 100 Listen der Plattformen. Ganz zu schweigen davon, dass die Begeisterung und das Selbstbewusstsein das Buch anzupreisen. Statt dessen die höfliche Frage. “Hätten Sie Interesse mein Buch als Hörbuch zu produzieren?” oder “Produzieren Sie Hörbücher für Selfpublisher?”- Du kannst dir bestimmt vorstellen, was das gestresste Personal auf einem Hörbuch Stand an einem Samstag oder Sonntag auf der Frankfurter Buchmesse darauf antwortet? Genau. Nein.

Zuletzt besuchte ich auf der Frankfurter Buchmesse 2019 den Autorentag mit einem super spannenden Vortrag von Bettina Breitling, Rights Director der Medienagentur von Ramdon House GmbH. – Mit Schrecken stelle ich gerade fest, dass ich den Blogpost über Lizenzen noch gar nicht veröffentlicht habe, dass passiert nächste Woche versprochen. – Auf der einen Seite wurde mir klar, dass es zu jedem Buch viele Lizenzrechte gibt, die ich vermarkten könnte, auf der anderen Seite ist das ein herausfordernder Markt, der auch viel Arbeitseinsatz erfordert. Dennoch gibt es einige Selfpublsiher aus Deutschland, deren Bücher übersetzt als Hörbuch veröffentlich und für die Filmrechte verkauft werden konnten. Es ist also möglich.

Was nun?

Versuche doch erst Mal dir in Deutschland eine Fanbasis aufzubauen, die es dir ermöglicht Geld mit deinen Büchern zu verdienen. Das sagt mir mein Mann, nach jedem Tiefpunkt, den ich durch meine Recherche erreichte. Vielleicht war das der Grund, weshalb er mir am Ende sagte, hey, wenn es ein Herzenswunsch von dir ist ein Hörbuch zu produzieren, dann nehmen wir das Geld in die Hand. Entweder du kannst es von deinen Einnahmen aus den Büchern finanzieren oder wir sehen es als eine Investition für die Zukunft an. Wollte ich das? Glaubt ich an mich und meine Bücher? Wie soll das funktionieren, dass deine Hörbücher gehört werden, wenn du es nicht mal schaffst für deine Bücher Werbung zu betreiben?

Nein. Die Frage konnte ich mir nicht beantworten. Dennoch ging ich auf die Suche und fand in dem Tonstudio Klangkantine einen Partner, der das Projekt für mich realisiert. Es ist ein Experiment. Ich entschied mich statt eines, drei Hörbücher zu veröffentlichen, die erste Season der Sondereinheit Themis. Wenn jemand das erste Buch toll findet, dann hat er die Chance, die zwei nachfolgenden Bücher zu hören. Je näher der Veröffentlichungstermin für die Hörbücher rückt, desto unsicherer bin ich, ob das die richtige Entscheidung war. Mag ja sein, dass jemand zufällig über die Hörbücher stolpert, aber damit kann ich die Kosten mit dem Verkauf nicht decken, geschweige denn Geld verdienen.

Exklusiv oder überall?

Bei einem Online Autorenstammtisch des Selfpublisher Verbands, tauschten wir uns über die Erfahrungen auf dem Hörbuch Markt aus. Ich erfuhr weitere interessante Details.

  1. Audible ist aktuell die Nummer 1, wenn darum geht Hörbücher in Deutschland zu veröffentlichen und Einnahmen aus Hörbüchern zu erhalten.
  2. Stimmt das Hörbuch vom gesprochenen Text mit deinem E-Book überein, wird es von Amazon zu deinem Buch hinzugefügt und deine Leser/innen können zu dem Buch dein Hörbuch zu einem reduzierten Preis erwerben. Den Preis legt die Plattform fest.
  3. Alle anderen Plattformen, die aktuell Hörbücher anbieten, spielen bei den Einnahmen nur eine kleine Rolle. – Nicht wirklich überraschend.

Ich habe mich dennoch entschieden, dass ich die Hörbücher nicht exklusiv auf Audible veröffentliche, sondern überall dort, wo Hörbücher vertrieben werden. Selbst auf reinen Musiksendern wie z.B. Spotify. Anfang des Jahres traf ich die Entscheidung meine Exklusivität bei Amazon aufzugeben. Gerechnet hat sich das nicht. Doch ich möchte weg einem einzigen Online Händler, der meinen gesamten Vertrieb in seinen Händen hält. Nicht, dass ich bei den anderen Plattformen mehr Mitspracherecht hätte, doch es ist für mich ein wichtiger mentaler Schritt. Es reicht nicht aus gute Bücher zu schreiben und zu veröffentlichen, sie müssen auch auffindbar sein.

Das erste Hörbuch ist fertig, das zweit steht kurz davor. Mein eigenes Buch vorgelesen zu bekommen, ist ein unbeschreibliches Gefühl. Auf einmal fühle ich mich vollwertig als Autorin. Ich nehme mich selber ernst, denn ich begreife, was meine Leser/innen an den Geschichten begeistert. Sie sind anders. Die Charaktere wirken wie aus dem Leben gegriffen und ich bekomme das Gefühl den Erlebnissen einer Freundin zu lauschen. Ja, so könnte es gewesen sein. Nein, so habe ich darüber noch nie nachgedacht. – Das ging mir beim Hören durch den Kopf und ich vergass zeitweise, dass ich selbst die Bücher geschrieben hatte.

Noch etwas habe ich gelernt. Wenn ich für das Lesen schreiben, kann ich gerne mal ausufernd sein, das erweckt Stimmung und Atmospähre. Beim Hören, werde ich an solchen Stellen schnell ungeduldig. An der Handwerkstechnik kann ich arbeiten, so dass beides ein spannendes Erlebnis wird.

Du hast weitere Fragen zu dem Thema Hörbuch? Schreib mir einfach, ich versuche gerne, dir weiterzuhelfen.

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