Henning Sanders Protagonist in Duke - Kerstin Rachfahl Schriftstellerin

Henning Sanders Protagonist in Duke

© Yuri Arcurs - Fotolia.comDie Figur Henning, gab es am Anfang der Geschichte nicht. Er hat sich erst langsam über kurze Szenen und Kindheitsgeschichten eingeschlichen. Inzwischen ist er neben Vera und Duke, einer der Hauptfiguren. Damit ich weiß, wie ein Figur charakterlich ist, lasse ich sie durch ihre ganze Kindheit gehen. Manchmal schreibe ich eine Szene davon auf, manches erlebe ich nur in meinem Kopf. Für mich ist es wichtig, dass ein Figur aus sich heraus handelt und stimmig ist. Ist die Figur z.B. Aggressive veranlagt,

dann muss das in seinem Handeln deutlich werden.

Das Bild oben, kommt meiner Vorstellung von Henning, als fiktive Persönlichkeit, ziemlich nahe. Was fehlt sind die blonden Haare, die noch dichter wären und vorne etwas länger, damit er sie sich immer wieder raufen kann, wenn Vera ihn zur Verzweiflung bringt.

Was passiert so alles, bevor eine Figur in einer Geschichte auftaucht? Henning ist ein Mensch, der leicht durch sein Leben geht. Er besitzt einen natürlichen Charme, den er bewusst zu seinem Vorteil ausnutzt. Für die Schule braucht er nicht zu lernen, weil er clever ist. Seine Eltern setzen ihm keine Grenzen. Sein Vater hat keine Zeit für seine Kinder. Einzig Stefan, der Vater von Vera, lenkt seine Energie in sinnvolle Bahnen. Weil er sich überhaupt nicht anstrengen muss, testet er in seiner Pubertät alles aus. Auch hier halten die Eltern das Händchen über ihn und helfen ihm aus der Patsche. Er muss also nie wirklich die Verantwortung für sein Handeln übernehmen. Stefan und Vera sind die einzigen, die ihm Reibungsfläche bieten, ihn kritisieren oder auch Schwächen aufzeigen. Er kann sich mit ihnen auseinandersetzen und streiten, weil sie ihn als Mensch wahrnehmen, der ihnen etwas bedeutet und nicht als ein Sander.

Als Vera an dem Abend bei den Sanders auftaucht, mit dem Ziel, dass Flying High ihr Pferd wird, beeindruckt sie ihn durch ihre Unbeirrbarkeit, fokussierte auf ihr Ziel. Er merkt, wie das Mädchen von seinem Vater, der für ihn selbst unerreichbar ist, in ihren Forderungen ernst genommen wird. Erich Sander verhandelt mit der Tochter eines Angestellten. Das ist der Punkt, wo er anfängt Vera mit anderen Augen zu betrachten. Henning sucht ihre Nähe und ihre Freundschaft. Sie ist ehrlich und offen zu ihm ohne Rücksicht auf seine Herkunft oder Stellung, schließlich sind sie fast wie Geschwister groß geworden. Außerdem will Vera nichts von ihm, weil sie nur ihre Pferde im Kopf hat. Henning orientiert sich an ihr und fängt an, an sich zu arbeiten. Er setzt sich ein Ziel, macht ein gutes Abitur, dass ihm die Tür ebnet für eine Eliteuniversität im Ausland. Das Geld für das Studium ist kein Problem für die Sanders. Er beginnt sich für das Unternehmen seines Vaters zu interessieren. Damit verdient er sich den Respekt von Erich Sander.

Es stört Henning, dass Vera kein Interesse an ihm zeigt. Er provoziert Vera, indem er seine “One night stand” in den Stall holt. Doch statt eifersüchtig zu werden, hält sie ihm Moralpredigten über sein Verhalten. Für sie steht Flying High an erster Stelle und daneben hat niemand Platz, außer ihr Vater, der sie bei ihrer Zukunft unterstützt. Auf seiner Abschiedsfeier, unterhält sich Vera mit seinem Bruder Thomas über die Pferde und das Reiten. Henning hingegen wird von Vera´s bester Freundin angemacht. Darauf geht er ein und bringt sie nach Hause. Bettina will mehr. Erst macht Henning mit, doch dann wird ihm bewusst, dass er eigentlich jemand ganz anderes im Arm halten will. Bettina ist gekränkt und gibt gegenüber Vera vor, dass Henning mit ihr geschlafen hat. Das führt zum Streit zwischen den Beiden. Vera glaubt ihrer Freundin und nicht Henning. Das alles ist eine Vorgeschichte, die in dem eigentlichen Roman so nicht erzählt wird. Es spielt aber insofern eine Rolle, als es das Verhältnis zwischen den Henning und Vera im Roman beeinflusst.

Warum nimmt Henning später wieder Kontakt mit Vera auf? Weil sie einer der wenigen Menschen ist, die ihn so nehmen, wie er ist. Die ihm ehrlich sagt, was sie über ihn denkt und ihn motiviert seinen eigenen Weg im Leben zu suchen. Die Kritik übt, gleichzeitig aber sein Potential erkennt. Sie stärkt ihm den Rücken, hält zu ihm. Für sie spielt es keine Rolle, dass er ein Sander ist und aus reichem Hause stammt. Außer es geht dabei um sie selbst. Henning erkennt den Wert dieser Freundschaft. Der Roman beginnt an dem Punkt, wo er erkennt, dass Vera mehr für ihn bedeutet und er andererseits nicht den Mut aufbringt, ihr das zu sagen. Sein Problem ist, dass er nicht an zweiter Stelle, nach Flying High, stehen möchte. Inzwischen hat er eine nette junge Frau kennengelernt, mit der er sich verlobt hat. Der Hochzeitstermin steht ebenfalls bereits fest.

Na und wenn ihr wissen wollte, ob Henning es jemals schafft eine Rolle im Leben von Vera (neben ihren Pferden) zu spielen, dann müsst ihr die Geschichte halt lesen. Smiley