Henning in Duke–Ein weiter Weg zurück - Kerstin Rachfahl Romantik und mehr ...

Henning in Duke–Ein weiter Weg zurück

Kommen wir jetzt mal zu den männlichen Protagonisten in meinen Romanen. Da gibt es jede Menge interessanter Charaktere, jedenfalls gefallen sie mir gut, sonst würde ich Ihnen schließlich kein Platz in der Geschichte einräumen. Komischerweise brauche ich für die Männer, in meinen Geschichten immer ein Bild, das ich mir dann als Vorlage in meine Recherche reinlegen. Das Beitragsbild ist für mich der Typ Mann, wie ich ihn mir vorstelle, als Henning in Duke – Ein weiter Weg zurück.

An Henning hat mir so gut gefallen, dass er viel Humor hat. Er ist ein sympathischer Typ, der auch bei Frauen gut ankommt. ABER, im Gegensatz zu anderen männlichen Protagonisten in meinen Geschichten, nutzt er das nicht aus. Aufgewachsen mit Vera, weiß er sehr genau, wie sie tickt. In gewisser Weise ist er ihr großer Bruder, Freund und hat kein Problem ihr zu zeigen, dass sie Fehler macht. Aber noch viel mehr hat er Verantwortungsbewusstsein. Ich habe einige männliche sehr gute Freunde. Was mir an Ihnen gefällt, ist dass sie Situationen völlig anders betrachten als Freundinnen. Mit ihrem nüchternen, ja manchmal emotionsloserem Blick, helfen sie mir Eitelkeiten, verletzte Selbstwertgefühle zu schlucken und in die Perspektive des Gegenübers zu schlüpfen. Dabei sind sie erstaunlich sensible – viel sensibler als Frauen. Ich finde meine Freunde toll und möchte sie nicht missen. Mein aller, aller bester Freund ist und bleibt mein Mann Carsten. Letztlich fließt in jede männlich Figur, in meinen Geschichten, ein winziges Stück von meinem Mann rein. Zentrifugiert, auseinandergenommen und frisch zusammengesetzt, mit einem Mix von Filmfiguren und anderen Männern, die mir im Leben begegnen.

Weil ich mich entschieden habe die Geschichte, nach mehreren Varianten, – wer mein Blog regelmäßig liest weiß, dass es von diesem ersten Buch drei verschiedene komplett geschriebene Versionen gibt – in der ICH-Perspektive zu schreiben, sind Hennings Sichtweisen rausgeflogen. Dabei ist ein Stück weit auch seine Persönlichkeit verloren gegangen und das warum er so handelt, wie er am Ende handelt. Vera hat ihn zu tiefst beeindruckt, als sie in jungen Jahren, seinen Vater herausfordert. Das hat sein Leben und seine Entscheidungen geprägt. Er ist jemand dem alles zufliegt, der sich für nichts anstrengen muss, weshalb er auch keine Ziele in seinem Leben hatte. Das führt dazu, dass er in jungen Jahren abdriftet, säuft, hascht und Quatsch macht. Erst Vera zeigt ihm, was es bedeutet für etwas zu kämpfen.

Im ersten Schritt erkennt er jedoch, dass er niemals an erster Stelle bei Vera stehen kann. All ihre Liebe gilt den Pferden und so schmerzhaft es für ihn ist, er will nicht an zweiter Stelle stehen. Wie Vera von ihm denkt, erfährt er deutlich, als die Freundin von ihr erzählt, sie hätte mit ihm geschlafen und Vera seiner Version nicht glaubt. Doch statt um sie zu kämpfen, gibt er auf und geht. Er findet jemand anderes und doch bleibt Vera für ihn ein besonderer Mensch, eben seine echte große Liebe. Liebe steht bei meinem ersten Roman sowieso im Mittelpunkt. Liebe zu den Pferden, Liebe zu den Eltern, Liebe der Eltern zu ihren Kindern, Liebe in einer Familie und Liebe zwischen Mann und Frau.

Ein Pferd zu lieben bedeutet auch, Abschied nehmen zu können. Wer mit seinem Pferd eine enge Verbindung hat, weiß um die Tiefe der Beziehung und wie schwer es uns fällt loszulassen, dann wenn uns keine andere Entscheidung bleibt. Neunzehn Jahre, hat mich meine Stute begleitet, bis wir nach einem Schlaganfall, den sie erlitt (28 Jahre alt), sie in den Tod begleitet haben. Für mich sind die Erinnerungen mit meiner Stute Silver Star, etwas, dass ich für immer in meinem Herzen trage und was mir niemand fortnehmen kann. In jedem Buch, vor allem dem neusten: Licht und Dunkelheit: Theona – die Stute Tiela – steckt ein Stück von ihrem unvergleichlichem Charakter. Danke für deine Zeit, die du mich in meinem Leben begleitet hast und die wunderbaren Augenblicke, wo Du mich getragen hast.

Unser Podcast zu Vera und Henning in: Duke – Ein weiter Weg zurück