Gelesen: Jonathan Stroud Der Wispernde Schädel - Kerstin Rachfahl Schriftstellerin

Gelesen: Jonathan Stroud Der Wispernde Schädel

Nachdem mir schon der erste Teil von Lockwood & Co. so ausnehmend gut gefallen hat, freute ich mich auf den zweiten Teil aus der Serie. Was soll ich sagen? Er ist besser als der Erste, definitiv! Manche Stellen waren ungeeignet, wenn ich Morgens in der Früh, in völliger Dunkelheit oben auf dem Land, mit unserem Hund spazieren ging. Zu gruselig. Obwohl Jonathan Stroud hier immer gekonnt die Waage hält und es nie abdriftet, wie bei manch anderem Autor. Doch starten wir am Anfang.

Ein Agenten Büro in London, Lockwood & Co., an das sich Erwachsene wenden können, wenn ihr Haus oder ein Ort heimgesucht wird von Geistern. Nur Kinder sind in der Lage die Geister, je nach Talent zu hören, riechen, fühlen oder zu sehen. Je älter ein Kind wird, desto mehr verliert es die Fähigkeit die andere Welt wahrzunehmen. Ein sehr schönes und gekonntes Setting, das viel Tiefe enthält, wenn wir es mehr auseinandernehmen. Im Gegensatz zu den zwei Großen Agenturen, die von Erwachsenen geleitet werden, besteht die Agentur Lockwood & Co. lediglich aus drei Jugendlichen:

  • Anthony Lockwood, der Inhaber und Hausherr des Hauses, in dem die Agentur ihren Sitz hat, sowie Wohnsitz der Protagonisten.
  • George Cubbins, das Recherche-Talent in diesem Team, der alles wissenschaftlich angeht von von Neugierde geprägt ist, dem Spuk auf den Grund zu gehen.
  • Lucy Carlyle, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, mit einer außergewöhnlichen Begabung des Hörens.

Der neue Auftrag führt das Dreigespann auf den Friedhof. Was als durchaus herausfordernder Auftrag gedacht ist, geht nach hinten los, als ein Artefakt, an dem die Geisterkraft gebunden ist, gestohlen wird. Bald pflastern Tote den Weg, den das Artefakt nimmt. Ein weiterer Auftrag, das gestohlenen Artefakt, wieder aufzutreiben bringt gleich zwei Herausforderungen. Zum einen Tritt das Team gegen eine der großen Agenturen an. Zum anderen gibt es ein Gegenstand in ihrem Haus, der auf besondere Weise an dem Auftrag interessiert ist. Ich möchte nicht zu viel verraten, lest die Geschichte einfach selbst.

Witzig und Humorvoll, mit Protagonisten, die weit davon entfernt sind perfekt zu sein. Immer wieder schrabbt das Trio vorbei an dem Ruhm und dem Geld, dafür bleiben sie sich selbst treu. Jeder Charakter ist auf seine Weise in seiner Art einmalig und verschroben. Das gilt für alle Figuren, die in diesem Buch vorkommen. Jonathan Stroud schaffte es in unverwechselbarer Weise echte Charaktere zu erschaffen mit Allüren und Marotten.

Mir gefällt einfach die Art wie Jonathan Stroud seine Bücher schreibt. Aber vor allem dass seine Figuren so viele Ecken und Kanten haben, finde ich Klasse und erfrischend anders.