Gelesen: Bucket List - Zurück ins Leben - Kerstin Rachfahl Schriftstellerin

Ein Buch, dass ich vermutlich niemals angefangen hätte zu lesen, weil mich der traurige Anfang abgeschreckt hätte. Ich brauche Bücher in meinem Leben die positiv, fröhlich oder auch ungemein spannend sind. Nur Traurigkeit, dafür muss ich wirklich auf einem super Hoch sein, damit ich das Lese. Was ich durchaus ab und an mache.

Das Schöne an der Geschichte ist, dass sie auf dem absoluten Tiefpunkt anfängt und sich dann langsam hocharbeitet. Kurz zu dem Inhalt.

Amy verliert ihre große Liebe an eine tödliche Krankheit, die gar nicht direkt mit dem Tod hätte enden müssen, wenn Noah rechtzeitig die Symptome akzeptiert und zum Arzt gegangen wäre. Bevor das Leben der beiden wirklich beginnt, sie heiraten und eine Familie gründen können, stirbt er. Auf dem Höhepunkt der Liebe jemanden zu verlieren, der deine passende Hälfte ist, dich sozusagen vervollständigt, ist furchtbar. Amy fällt in ein tiefes Loch. Doch sie ist nicht die einzige, die Noah zurücklässt. Da gibt es noch Kyle, der mit Noah zusammen aufgewachsen ist und die beiden verbindet ein tiefe Freundschaft. Auch hier ist es so, dass der eine den anderen in seinem Temperament ergänzt. Genauso wenig wie Amy, verkraftet Kyle den Tod seines besten Freundes nicht.

Sarah, die Mutter von Noah, ruft die beiden nach zwölf Wochen zusammen und überreicht ihnen den ersten Brief von Noah. In diesem Brief wünscht er sich, dass die Beiden zusammen seine "Bucket Liste" - abarbeiten. Alle zwei Wochen erhalten die Beiden einen Brief mit einer gemeinsamen Aufgabe. Etwas, dass Noah in seinem Leben gerne zusammen mit ihnen gemacht hätte. Es sind absurde, ungewöhnlich Wünsche, denen sich die beiden stellen, weil es sie für eine Zeit wieder mit dem Menschen verbindet, den sie verloren haben.

Die Autorin hat einen tollen, leichten Schreibstil, der sich unglaublich gut lesen lässt. Gerade in der Anfangsphase zeigt sie auf einfühlsame Weise, was es bedeutet, einen Menschen, der ein Lebensmittelpunkt für einen darstellt, verliert. Dabei zeigt sie deutlich auf das Trauer etwas vollkommen individuelles ist, dass keinem Plan folgt und schon gar keinen Phasen. Ich schließe mich da ihrer Meinung völlig an. Manchmal bekomme ich den Eindruck, dass wir in unserer Gesellschaft ohne Schubladendenken nur noch schwer auskommen.

Keine Sorge die Geschichte bleibt, trotz der Tiefe, die sich in ihr entdecken lässt, leicht und erstaunlich humorvoll. Mia B. Meyers schreibt schöne Dialoge und ganz oft, wenn ich denke, in welche Richtung eine Szene geht, überrascht sie mich mit einer unerwarteten Wendung. Das ist nie etwas dramatisches, sondern oft sind es Kleinigkeiten, die das Buch erfrischend anders machen. Dabei kommen die Handlungen durch die Art, wie sie die Charaktere angelegt hat. Alles ist für mich nachvollziehbar aus der Gedankenwelt der Protagonisten. Ich fand es erfrischend anders, dass sie den Protagonisten nicht an Krebs, sondern an einer anderen unbekannteren Krankheit sterben lässt. Es weckte meine Aufmerksamkeit mich mit der Krankheit auseinanderzusetzen, die mir bis zu dem Lesen der Geschichte, vollkommen unbekannt war.

Was mich zu Anfang irritierte waren die zwei Ich-Perspektiven aus denen die Geschichte abwechselnd erzählt wird. Vor allem, als die beiden aufeinandertreffen. Die Autorin trennt es jedoch wirklich mit den Kapiteln und was ich auch super gut finde, sie wiederholte dabei keine Szene. Es wird also jede Szene nur einmal aus der Sicht einer der Protagonisten erzählt. Wirklich absolut gelungen.

Die Sexszenen waren das Einzige, was ich an der Geschichte, etwas störend empfand. Dabei kann ich es nicht mal genau erklären, was es genau ist, was mich daran stört. Das ist aber eine reine Geschmackssache von mir. Ich denke, dass viele Leserinnen genau das auch an ihren Büchern mögen. Mein Fazit für Bucket Liste: Zurück ins Leben. Wer sich durch den Anfang der Geschichte wagt, wird mit einem schönen Ende belohnt.