Experiment gescheitert - Kerstin Rachfahl Schriftstellerin

Experiment gescheitert

So ist das mit uns kreativen Menschen. Da fällt uns urplötzlich eine Idee ein, die wir voller Begeisterung angehen. Wir krempeln die Ärmel hoch, stürzen uns voller Elan in die Arbeit und dann kommt die Ernüchterung.

Erst heute morgen hörte ich in dem Hörbuch des Schweizers Beratungsunternehmers Hans-Peter Zimmermann: Großerfolg im Kleinbetrieb: Wie man einen Betrieb mit 1 bis 40 Mitarbeitern zum Erfolg führt wieder das Beispiel von Edison, dem Erfinder der Glühlampe. Statt sich zu grämen, dass er so oft scheiterte bis seine Erfindung funktionierte, soll er gesagt haben:

“Ich bin nicht gescheitert – Ich habe 10.000 Wege entdeckt die nicht funktioniert haben.”

Mit diesem positivem Denken möchte ich dir auch heute von meinem gescheiterten Experiment erzählen.

Da ich sowieso jede Woche am Donnerstag einen Blogpost veröffentliche, dachte ich, weshalb nicht gleich das Schreiben eines Romans mit dem Posten auf meinem Blog verbinden. Schon lange baten mich die Leserinnen von Duke – Ein weiter Weg zurück, um eine Fortsetzung des Romans. Der war nie geplant und so schwankte ich hin- und her, ob ich es wagen sollte oder nicht. Weil es mein erster Roman war, schrieb ich ihn zwei Mal komplett neu und so sehr ich die beiden Protagonisten sowie die Pferde darin liebe – ich hatte erst einmal die Nase von der Geschichte voll. Es gibt so viele spannende Ideen zu Liebesromanen in meinem Kopf, dass es mir schwer fällt mich nach jedem abgeschlossenen Projekt zu entscheiden, was ich als nächstes angehe. Ich hoffte auf diese Weise zwei Bücher parallel schreiben zu können.

Meine Korrektorin warnte mich.

“Schaffst du es wirklich die Fäden für zwei Storylines in den Händen zu behalten ohne dich zu verzetteln?”

“Na ja wieso nicht, immerhin schreibe ich ja auch jede Woche die Blogposts.”

Aber sie hat Recht behalten. Die Blogposts handeln von einem Erlebnis, einem Gedanken, einer Recherche oder einer Begegnung. Nie ist es ein Plot der sich über mehrer hundert Seiten zieht. Eine Geschichte, wo ich Namen, Ereignisse, Beschreibungen, Plotideen oder spontane Entwicklungen meiner Protagonisten im Kopf und im Auge behalten muss. Ich wurde der Geschichte einfach nicht gerecht. Also beende ich dieses Experiment nach nur zwei (oder waren es drei?) geschriebenen Szenen.

Keine Sorge. Der Einstieg in die erste Szene von Duke 2 hat dazu geführt, dass ich Blut geleckt habe. Die Fortsetzung schiebe ich jetzt zwischen dem letzten Band der Fantasy-Reihe Licht und Dunkelheit: Hüterinnen der Elemente und dem ursprünglich für danach geplanten Projekt. Und noch etwas ist das Ergebnis von dem Experiment. Es gibt jetzt eine neue Seite auf meinem Blog mit dem Namen: Projektplan. Hier findet ihr eine Übersicht zu den geplanten kommenden Büchern, die Deadline für den Rohentwurf und das geplante Erscheinungsdatum.

Ich brauche diese Daten, damit ich diszipliniert an meinen Zielen arbeite und mich nicht ablenken lasse. Für dich ist es vielleicht interessant zu erfahren, was als nächstes ansteht. Übrigens werde ich auch hier einmal in der Woche den Schreibstand veröffentlichen. Immer am Donnerstag, wenn ich auch den neuen Blogpost veröffentliche. Das weckte nämlich meinen Ergeiz pünktlich meine Arbeit abzugeben.