Erfolgreich die eigene kreative Produktivität steigern - Kerstin Rachfahl Romantik und mehr ...

Erfolgreich die eigene kreative Produktivität steigern

Derzeit könnt ihr das eBook von Mark Guiness: Productivity for Creative People kostenlos downloaden. Ich kann es nur allen Menschen, die von ihrer kreativen Arbeit leben wollen, wärmstens empfehlen. Es hat mir geholfen, nochmals eine frischen Blick auf meine derzeitige Arbeitsweise zu werfen.


Vieles was Mark in seinem Buch erzählt, kannte ich bereits aus anderen Management- Büchern. Als Selbstständige und Mutter, bin ich permanent auf der Suche nach Ideen, wie ich mich und meine Arbeit optimieren kann ohne dabei selbst auf der Strecke zu bleiben. Seit ich jedoch Anfang des Jahres entschieden habe meinen Schwerpunkt auf das Schreiben von Büchern zu legen, kam nochmals eine andere Dimension dazu. Jeden Tag zu schreiben, ist etwas völlig anderes als nur an einem Tag in der Woche und samstags, wenn nichts anderes anstand.

Immer wieder stoße ich auf interessante Vermeindungstrategien, die sich mein Gehirn einfallen lässt. Ich setze falsche Prioritäten auf Aufgaben, die wichtig und dringend erscheinen, es aber am Ende gar nicht sind. Ich finde Ausreden nicht zu schreiben weil ich gerade an einer schwierigen Stelle bin und nicht wirklich weiter weiß. So ließe sich die Liste fortsetzen. Auf der anderen Seite, bin ich nun seit über 25 Jahren selbständig und verdammt gut darin mich mit verschiedenen Methoden unter Druck zu setzen — z.B. Deadlines, Terminerinnerungen für Schreibzeiten oder feste Wortzahlen, die ich an einem Tag schaffen will. Ich kann mich ziemlich gut selbst unter Druck setzen (manchmal auch andere) und das führt am Ende ständig dazu, dass ich bloß an meine Grenzen stoße. Manchmal schaffe ich es sie für mich zu erweitern, doch mir ist auch bewusst, dass ich das nicht unendlich machen kann. Irgendwann zahle ich den Preis dafür.

Deshalb versuche ich gerade für mich realistischere Ziele zu finden, mir Zeit zu nehmen für mich selbst, denn das vergesse ich gerne. Ich gehöre zu den Menschen, die nie nein sagen können. Das führt dann dazu, dass ich regelmäßig bei einem Elternabend oder einer Schulelternbeiratssitzung mit einem neuen ehrenamtlichen Job nach Hause komme. So dass mich selbst meine Kinder fragen: “Konnte das nicht mal jemand anderes übernehmen?” Ich kann dieses Verhalten, neben der Schule, auch auf andere Bereiche ausdehnen, weil ich mich für viele Themen interessiere und dadurch häufig auf viel zu vielen “Hochzeiten” tanze. In den letzten vier Jahren, habe ich daher rigeros begonnen bei meinen Hobbies aufzuräumen und bei meinen Aufgaben auszumisten. Delegieren ist etwas, was mir nämlich genauso schwer fällt wie das nein sagen und dabei habe ich tolle Mitarbeiter, die mich gerne unterstützen.


Zurück zum Buch. Ich stellte also fest, dass ich in den letzten Jahren bereits vieles gelernt habe und auch richtig umsetze (manchmal darf man sich auch selbst loben) und ich jetzt bereit bin für das Feintunning (das hört vermutlich niemals auf). Das oben genannte Buch gehört zu denen, die ich wohl immer wieder herauskramen werde, wenn ich merke, das ich eine Auffrischung brauche. Ein paar Punkte, die für mich wichtig sind:

  1. Finde heraus zu welcher Zeit du am kreativsten arbeiten kannst und plane dort deine Zeit für das Schreiben.
  2. Setze dich zu der Uhrzeit wirklich hin und fange an. Kein nochmal eben die E-Mail beantworten oder im Internet etwas nachschauen oder mal eben die Post fertig machen.
  3. Übermorgen ist auch ein Tag, das ist mein Wahlspruch dieses Jahres, den ich von meiner Schwester geschenkt bekam. Mark wendet das System an, dass alles, was heute reinkommt, erst morgen abgearbeitet wird. So weißt du am Anfang deiner Tagesplanung, wieviel Zeit du dafür brauchst, statt es zu einem Perpetumobile werden zu lassen. Und du bekommst die positive Rückkopplung, dass du die Aufgabe wirklich abgehakt hast.
  4. Packe nur soviele Arbeiten auf deine ToDo-Liste, wie sie auf einen 3×3 cm großen Post-It Zettel passen. Packe nichts neues dazu, sonst wird deine ToDo-Liste am Ende des Tages länger sein, als am Anfang! — Ganz großes Dilemma, welches unglaublich negative Auswirkungen auf dich haben kann.
  5. Wenn du deine kreative Zeit gearbeitet hast — höre auch wirklich auf. Wende dich den anderen Dingen zu, die du eingeplant hast abzuarbeiten; so vermeidest du, dass die Zahl der dringenden, jetzt zu erledigenden Aufgaben anwächst und dir deine gesamte Planung über den Haufen wirft.
  6. Super auch die Idee sich hinzusetzen und vier Kategorien deiner Aufgaben zu bilden, und nein es ist mal nicht das Eisenhower Prinzip, sondern: laufende Aufgaben, Events, rückständige Aufgaben und vermögensaufbauende Aufgaben. Wenn dich jetzt z.B. der Rückstand total stresst und damit dein Gehirn blockiert, nimm dir einfach mal eine Woche Zeit diese Aufgaben abzuarbeiten.
  7. Multitasking — funktioniert nicht. Eigentlich wissen wir das doch Alle und doch fällt es uns unheimlich schwer es in die Praxis umzusetzen. Ich fühle mich immer total priviligiert, wenn ich mein Aufgabengebiet im Gegensatz zu meinem Mann betrachte, der Kundenprojekte umsetzt. Ist er mal in unserem gemeinsamen Büro werde ich fast wahnsinnig weil er permanent telefoniert und ständig unterbrochen wird. Das liegt allerdings in der Natur seines Jobs. Unter Anderem deshalb ist er gerne beim Kunden; denn dort lässt sich sein Arbeitsalltag leichter strukturieren. Ja, klar — Regeln aufstellen, wann werden Telefonate durchgestellt, Mitarbeitern “Sprechstunden”-zeiten geben usw.
  8. Einiges schaffen wir umzusetzen, manches braucht länger oder ist für uns einfach auch unrealistisch. Das in die Hand zu nehmen, was wir beeinflußen können, ist der erste Schritt.

Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht zu lesen und es hilft mir wieder bewusster meine Arbeistage, -wochen, -monate und das Jahr zu planen.