Ein Treffen mit Nora Roberts

Es ist noch gar nicht so lange her, da schrieb ich einen Blogpost, warum Nora Roberts ein großes Vorbild für mich ist. Regelmäßig erhalte ich ihren Newsletter. Als ich las, dass sie im August nach Irland kommt und ein Interview gibt, an dem auch Fans dran teilnehmen konnten, war für mich klar, dass ich unbedingt dorthin fahren musste. Ich ging rüber in das Büro meines Mannes und fragte. „Hast du Lust mit mir nach Irland zu fahren zu einem Event mit Nora Roberts?“, „Wann?“, „Am Sonntag den 18.08.“, „Bin dabei.“ Ich buchte die Tickets, die gerade mal 17,- Euro kosteten, ohne mir weitere Gedanken zu machen, was noch alles auf uns zukommen würde. Das Treffen ist ja in Europa.

Tja, ziemlich schnell wurde klar, dass wir zwar mit meinem Black Panther, mein neues Elektroauto, umweltbewusst eine weite Strecke fahren können, doch irgendwie, müssen wir ja über das Wasser kommen. Am Ende entschieden wir uns doch für einen Flug und zahlten unseren Obolus für den CO2 Ausstoß an atmosphere.de, in ein Projekt, welches den Verbrauch an CO2 wieder ausgleicht. Keine ideale Lösung, ich weiß, aber immerhin eine Möglichkeit den Umweltschaden wenigstens neutraler zu gestalten. All die Kosten einschließlich Mietwagen und drei Übernachtungen, hatte ich natürlich in die günstigen 17,- Euro Tickets nicht einkalkuliert. Es war schon eine leicht verrückte Idee. Vorher gab es immer wieder Momente, wo ich mich fragte, was um alles in der Welt hat dich da geritten?

Gott, was bin ich froh, dass ich es getan habe. Es war einer meiner schönsten Tage in meinem Leben, endlich den Menschen in der Realität zu treffen, der mich derart in meinem Leben inspiriert hat und das zusammen mit der Liebe meines Lebens, der nicht minder beeindruckt war. Nicht nur fand ich es unglaublich, wie bodenständig Nora Roberts nach all ihren Erfolgen weiterhin ist. Nein sie entwickelt sich auch heute noch, mit 68 Jahren, als Schriftstellerin weiter. Sie geht neue Wege, spielten mit der Schnittmenge der Genres, erkundet Grenzen und scheitert auch mal an ihnen. Trotz der vielen Bestseller plagen sie Selbstzweifel und es gibt Tiefpunkte, die sie überwinden muss. Schreiben. Jeden Tag schreiben, egal, wie man sich fühlt, egal ob man etwas sinnvolles hinbekommt oder Schrott schreibt. Für sie ist es wichtig, dass es eine Routine ist. Sie ist ein scheuer Menschen, den es Energie kostet, wenn sie mit einer Menge Menschen in einem Raum ist, die sie alle mit glänzenden Augen ansehen. Dabei wertschätzt sie natürlich ihrer Stammleserinnen, die es ihr erst ermöglichten, ihren Lebensunterhalt mit dem zu verdienen, was sie am meisten liebt, nämlich das Schreiben von Büchern.

Sie ist loyal zu ihrer Agentin, ihrem Verlag und ihrer Lektorin. Auch dass finde ich eine tolle Eigenschaft von ihr, neben ihrem unglaublichen Arbeitsethos. Wäre sie auch heute noch so erfolgreich, wenn sie neu starten würde? Eine der wichtigsten Ratschläge für ihre Karriere als Schriftstellerin, sagt Nora, kam von ihrer Agentin. Die sagte ihr nach ihrer ersten Reihe, Nora, das wichtigste, um als Schriftstellerin erfolgreich zu sein, ist dass du die Erwartungen deiner Stammleserinnen erfüllst. Nur mit einem starken Fundament, kannst du von deinen Büchern leben. Es mag sein, dass es heute länger dauert, seine Stammleserinnen zu finden, doch auch ich bin davon überzeugt, dass ich als Schriftstellerin mein Haus nur auf ein solch starkes Fundament aufbauen kann.

Deshalb bin ich so dankbar für all meine Leserinnen, die mir die Treue halten und meine Bücher Freundinnen empfehlen, Feedbacks auf Leseplattformen hinterlassen und ihre Begeisterung teilen. Wer glaubt ein Bestseller könnte durch das Marketing eines Verlages entstehen irrt. Bestseller werden von begeisterten Leserinnen an die Spitze getragen, weil sie den Puls der Zeit, Emotionen oder einen Trend setzen.

Auch ich durfte, relativ am Ende meine Frage stellen. „Ich finde, dass die Schatten Trilogie, Band 1, ganz anders ist, als ihre bisherigen Bücher. Keine Liebesgeschichte, die im Fokus steht und ein Endzeitszenario. Was hat Sie dazu bewogen, die Geschichte zu schreiben?“ Noras Antwort kann ich nur sinngemäß wiedergeben. Sie stimmte mir zu und sagte, dass sie schon immer mal die Menschheit um die Hälfte reduzieren wollte. Einfach weil sie es als Schriftstellerin kann, um dann zu sehen, was passiert und ob sich etwas verändern würde. Es war dieses Gedankenspiel, dass sie gereizt hat. Da sie eine Entwicklungsschreiberin ist und auch nie sicher ist, wohin sie eine Geschichte führt, ist es einfach spannend sich auf den Prozess einzulassen. Ich füge jetzt einfach noch hinzu, dass sie es sich leisten kann, heute die Bücher zu schreiben, die sie auch reizen, selbst, wenn es mal bedeutet, die Erwartungen ihrer Stammleserinnen nicht zu erfüllen.

Am Lustigstes war es für mich, meinen ansonsten im Englischen gewandten und selbstsicheren Mann, fast sprachlos zu erleben. Die Interviewerin von Nora, eine irische Schriftstellerin, wollte gerade die Fragerunde der Fans an Nora, im Anschluss zu ihrem Interview, beenden, als sie bemerkte, das Carsten für eine Frage die Hand hochhielt. „Oh no, there is a guy with a question. This question we will take.“ So herausgefiltert, als etwas Besonderes, mit der Erwartung, welche Frage wohl ein Mann an Nora Roberts stellte, kam er tatsächlich kurz ins stottern. Zumal seine Frage, wirklich nur sein Interesse widerspiegelte und seiner Ansicht nach eher banal war. Er wollte nämlich wissen, weil er nämlich, bis auf meine Bücher nur Hörbücher hört, ob sie als Schriftstellerin ein Mitspracherecht bei der Auswahl der Sprecherin für ihre Bücher hat. Tatsächlich, durfte sie im Fall ihrer Kriminalreihe um Eve Dallas, ihre Sprecherin, bei einem Wechsel der Produktionsfirma mitnehmen. Ansonsten lautete die Antwort natürlich nein.

Spannend fand ich auch zu erfahren, das Stephen King ein großer Fan von Nora Roberts ist und sie von ihm. Niemals hätte ich vermutet, dass zwei Bestseller Autoren in derart unterschiedlichen Genres, er Horror und Dark Fantasy, sie Liebesroman in all seinen Varianten, voneinander begeistert sein können. Doch Nora bestätigte diese Frage und sagte, sie wäre ein großer Fan von Stephen und er von ihr.

Erst als einige Anwesenden erzählten, dass sie sogar von der USA nach Irland geflogen waren, um beim Live Interview von Nora Roberts anwesend zu sein, wurde mir bewusst, was für ein außergewöhnliches Event ich miterleben durfte. Es scheint wirklich selten zu sein, dass man Nora Roberts noch persönlich erleben kann. Umso mehr habe ich diese kostbaren Stunden mit meinem Idol mit 150 anderen Menschen und meinem Mann genossen.

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