Ein Retreat in Bali 7 Tage 7 Nächte

7 Tage und 7 Nächte verbrachte ich mit meinem Mann auf einem Retreat in Bali. Eigentlich dachte ich es wäre ein Kochkurs, dass war jedoch nur zum Teil richtig. Aber fangen wir am Besten von vorne an.

Das Buchcover von Morning Breeze Café

Aufgrund einer Allergie gegen Milchprotein, schwenkte ich vor zwei Jahren auf eine vegane Ernährung um. Ich bin der Meinung, dass jeder so essen sollte, wie sie/er es mag und bin selbst kein strenger Veganer. Ab und an gibt es bei mir Honig und bei meinen Anziehsachen gibt es eine Strickjacke aus Schafwolle und eine Lederjacke. Mir geht es super gut, seit ich vegan esse. Ich bin fit und energiegeladen. Es gibt kein Völlegefühl mehr und auch mit meinem Stressdarm hat sich alles normalisiert, was sich auch auf mein Hautbild auswirkt. Mit anderen Worten, ich fühle mich mit dieser Art der Ernährung rundum wohl in meiner Haut.

Für die Recherche zu meinem Liebesroman: Morning Breeze Café fand ich dann super coole vegane Webseiten mit echt leckeren Rezepten. Ich stellte fest, dass mir das Kochen ohne tierische Produkte eine ganz neue Vielfalt an tollen Gerichten zur Verfügung stellt. Bettina Campolucci Bordi lernte ich über ihre Youtube Videos kennen, wo sie Rezepte mit dem Vitamix vorführt. Ich kam auf ihre Webseite, fand den Workshop, ging zu meinem Mann und fragte “Hast du Lust mit mir nach Bali zu fliegen auf einen Kochkurs Retreat?”“Klar, warum nicht?” – Gesagt getan und dann schlug das schlechte Gewissen zu.

Ausgerechnet ein Retreat in Bali?

Danksagung an die Götter für einen schönen Tag Retreat Bali

Mit all unseren Klimafreundlichen Projekten, die wir dieses Jahr an den Start brachten, passte ein Flug nach Bali nun überhaupt nicht in unser Konzept. Im Freundes- und auch Familienkreis bekamen wir dies auch zu hören. Abgesehen davon, dass es ein langer Flug ist, hin 17 Stunden und zurück 22 Stunden jeweils mit Umstieg in Bangkok, konnten wir uns nur ein Zeitfenster von knapp 9 Tagen freischaufeln. Auf dem Hinflug verliert man neun Stunden, die man dann auf dem Rückflug wieder zurückerhält. Ist schon komisch diese Zeitverschiebungen. Jedenfalls entschieden wir uns am Ende über atmosfair.de eine CO2 Kompensation für den Flug zu bezahlen.

Ankunft in Bali mit Überraschung

Für mich als introvertierte Mensch war die Ankunft in Bali ein Schock der Sinne. Alles ist bunt, voll mit Menschen, laut und heiß. Überall standen Einheimische mit Schildern, doch erst nachdem wir alle Reihen abgelaufen und bereits auf den Ausgang zuliefen, entdeckten wir unser Schild “Bettinas Kitchen”. Es ging nicht sofort los, da wir auf weitere Teilnehmer des Retreats warteten. Im Auto gab es dann Wasserflaschen und ein duftendes feuchtes Handtuch, um wenigstens ein wenig den Dreck der Reise loszuwerden. Autofahren ist für mich ein Mittel zum Zweck und ich bin kein ängstliche Fahrerin. In Bali jedoch, hätte ich mich um keine Preis der Welt, hinter das Steuer gesetzt. Abgesehen vom Linksverkehr und Ampeln, scheint es keine Regeln zu geben. Skooter sind die gängigsten Vehikel auf der Straße. Darauf fahren ganze Familien und sie dienen auch zum Transport der Ware. Kaum zu glauben, was diese Dinger gewichtsmäßig aushalten.

Ankunft in unserer Unterkunft

Uralter Baum im Wassertempel Retreat in Bali

Schließlich kam wir in unserem, tja was war es? Kein Hotel in dem Sinne, sondern eher eine Lodge, an. Eine große Küche mit einem langen Tisch an dem wir jeden Tag gemeinsam speisten und Zimmer mal mit zwei Etagen, mal mit einer, einem Balkon, einer Terrasse und einen kleinen 16 Quadratmeter Swimmingpool. Bei unserem ersten gemeinsamen Abendessen erklärte dann Bettina, was uns in dieser Woche erwartete. Unser erster Job war es alles abzugeben. Wir brauchten uns nur um uns zu kümmern. Kein Kochen, keine Pläne, keine Aufgaben, einfach nur ich sein und entspannen. Jede Mahlzeit bestand aus Reis, Hülsenfrüchte und Körner/Samen. Jede Mahlzeit hatte sauere, süße, salzige und bittere Bestandteile. Alles Vegan, Zucker und Glutenfrei. Nicht nur der Körper, sondern auch der Stoffwechsel/Darm und die Seele sollten sich erholen.

Was ist eigentlich ein Retreat?

Nach vielen Einzelgesprächen in unserer Gruppe wurde mir bewusst, dass es nicht das eine Retreat gibt. Es ist ein Begriff, den du vielleicht aus Filmen oder Büchern mit Schlachten kennst, übersetzt bedeutet er Rückzug. Diese Bedeutung ergibt für mich Sinn, da es sich in unserem Fall um ein Rückzug aus dem Alltag handelte. Doch dahinter steckte am Ende noch viel mehr. Es ging auch um einen Rückzug in sich selbst. Nicht um sich zu isolieren, sondern um komplett in jedem Moment bei sich zu sein und in dem Augenblick, in dem ich zu diesem Zeitpunkt existiere. “Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich esse, dann esse ich. Wenn ich schlafe, dann schlafe ich.” Diese Worte gehören zu einer Geschichte aus dem Zen-Buddhismus über einen Mönch und seinen Schüler und auf diese Weise zu sein bedeutet in Achtsamkeit zu Leben.

Die ganze Zeit nur in der Lodge?

Ich gesteht, nicht nur ließ ich bewusst meine ganzes digitales Entertainment zu Hause, nein, ich vergaß sogar mein Smartphone, mit dem ich normalerweise Hörbücher höre und fotografiere. Zum Glück hatte mein Mann seines dabei und so konnten ich wenigstens ein paar Fotos schießen. Ich bin ein unternehmenslustiger Mensch, neugierig und kann selten stillsitzen. Diesmal jedoch wollte ich verweilen, immerhin hatte ich auf meinen Zielen für 2019, dass ich achtsamer leben möchte. Die ersten zwei Tage waren zum ankommen. Der Tag begann morgens um 7:00 Uhr mit 90 Minuten Yoga, danach Frühstück. Gestaffelte hatten wir verteilt über diese zwei Tage je eine Ganzkörpermassage über 90 Minuten und eine 60 Minuten Heiler Session. Ja, ihr habt korrekt gehört. Ein Heiler, so wie bei Eat, Play and Love dem Bestseller von Elisabeth Gilbert. Erst dann gingen wir auf ein paar ausgewählte, wenige Entdeckungsreisen in das Leben und die Kultur der Balinesen.

Bali ein Land der Spiritualität

Pflanze Organic Farm Retreat Bali

Ich liebe Geschichte. Ich liebe die Informationstechnologie, die mir die Welt zu anderem Denken, Leben und den Austausch mit Menschen aus aller Welt ermöglicht. Für die Balinesen ist es normaler Alltag, dass es Heiler gibt, die in der Lage sind mit ihrer eigenen Energie Blockaden eines anderen Menschen zu lösen. In uns existieren, nach ihrem hinduistischen Glauben sieben Chakren (Energiezentren), die sich entlang der Wirbelsäule anordnen. Beginnend beim Kopf, bis herunter zum Gesäß. Wir haben uns einfach darauf eingelassen. Es ist schwer zu beschreiben, was bei einer solchen Heiler Sitzung passiert. Man schließt die Augen, atmest und lässt den Heiler arbeiten. Am Ende stehst du auf und spürst, dass in dir etwas leichter geworden ist. Du merkst, dass das was dir am meisten in deinem Leben im Wege steht, du selber bist.

Auf Entdeckungstour bei unserem Retreat

Straßenhund im Wassertempel Retreat Bali

Ab dem dritten Tag, gingen wir auf Entdeckungstour. Zuerst zu der Organic Farm auf der unser Essen für unser Retreat produziert wurde. Die Menschen auf der Farm sind ausgebildete Agra-Ingenieure und Biologen. Sie leben in simplen und einfachsten Verhältnissen. Die Bewirtschaftung erfolgte ohne künstliche Düngemittel und mit viel Handarbeit. Die Pflanzen aus anderen Ländern werden über mehrere Jahre gekreuzt, bis sie in dem Klima überleben können. Danach ging es in eine Töpferwerkstatt, wo nach einer kurzen Einweisung unsere eigenen Teller bemalen durften. Wie komplex die Gestaltung von hochwertiger, handgefertigte Keramik ist, war mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst. Jedes Stück ist letztlich ein Unikat. So auch unsere Teller und mein Becher, die wir am Ende mit nach Hause nehmen durften.

Heilung und Segnung

Retreat in Bali - Abschluss Dinner

Auf dem Programm unseres Retreats standen noch ein Soundhealing, ein Fireblessing und ein Waterblessing. Jede einzelne Zeremonie hat mich tief beeindruckt und Spuren bei mir hinterlassen, die ich in meinen nächsten Bücher verarbeiten werde. Ein zweistündiger Workshop zum Kochen, durfte natürlich nicht fehlen. Genauso wurden wir mit einem Tanzauftritt von drei jungen Mädchen geehrt, etwas, dass Touristen so nicht sehen können. Trotz der wunderschönen Zeit, den vielen intensiven Gesprächen mit den anderen Teilnehmerinnen – ja, mein Mann war der einzige männliche Teilnehmer des Retreats – fahren wir immer wieder gerne nach Hause. So wie damals von unserer Ägypten Reise nahm ich von Bali ganz viel mit nach Hause. Ohne Bettina und all ihren vielen Helferinnen und Helfern hätte ich das Land auf diese natürliche Weise niemals kennengelernt. Wir wurden von den Menschen mit offenen Armen aufgenommen und durften mit allen Sinnen in eine vollkommen andere Welt eintauchen.

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