17. August 2016

Die Top Verdiener unter den Autoren 2016

Auch steile Wände lassen sich erklimmen

Das Business Magazin Forbes liebt es Top Verdienst Listen zu veröffentlichen, darunter gibt es eine zu den Top  verdienenden Autoren, die ich mir immer wieder gerne ansehe. Es zeigt mir, dass es sehr wohl möglich ist, richtig Reich mit dem Schreiben von Büchern zu werden. Ich finde das völlig in Ordnung, denn schließlich unterhalten mich diese Menschen nicht nur mit spannenden sowie fantastischen Geschichten, nein sie entreißen mich aus meinem Alltag. Genau das brauche ich immer wieder, damit ich den Herausforderungen in meinem Leben begegnen kann.

Als ich mir die Liste ansah fielen mir zum ersten Mal ein paar interessante Aspekte auf.

  1. Es sind nur englisch schreibende Autoren und Autorinnen auf der Liste.
  2. Fast alle haben Bücher die verfilmt worden sind oder aktuell verfilmt werden. (Ausnahmen sind z.B. Nora Roberts und Danielle Stelle – die Grandames der Liebesroman Autorinnen)
  3. Alle schreiben Unterhaltungsliteratur – mit anderen Worten es ist kein Literaturnobelpreisträger unter ihnen
  4. Sie sehen so völlig normal und entspannt aus, trotz der Millionen, die sie verdienen.

Eigentlich ist es ja logisch, dass auf der Top-Verdiener Liste nur englischsprachig schreibende Autoren und Autorinnen sind. Ihr Markt ist schlicht und ergreifend viel größer, es gibt eine Kultur des “Jeder kann das Schreiben erlernen” und sie werden gerne in andere Sprachen übersetzt. So ist der Anteil der übersetzten Bücher von englischen schreibenden Erfolgsautoren, bei den Verlagsprogrammen, vermutlich größer als der von deutschen Autoren für den deutschen Markt. Liegt das an den Verlagen oder dem mangelnden Talent der deutschen Autoren? Ich denke es ist eine rein wirtschaftliche Betrachtungsweise. Die deutsche Leserschaft steht auf englische Autoren/Autorinnen. Sie trauen den unterhaltsamen Schreibstil deutschen Autoren/ Autorinnen nicht zu.

Selbstpublizierende Autorinnen/Autoren wählen daher häufig ein englischen Namen als Pseudonym und sind damit überaus erfolgreich. Doch was bedeutet Erfolg für deutsche Autoren? Wo liegt der Verdienst unserer erfolgreichsten deutschen Autoren/Autorinnen?  Auch nach zweistündiger Recherche im Internet, fand ich nur wenige Informationen. Schätzungen – ja. Konkrete Zahlen – nein. Wobei auch die Farbes Liste auf einer Hochrechnung beruht und nicht auf der Einkommenssteuererklärung der jeweiligen Autoren/Autorinnen.

Interessant waren die Ergebnisse über die ich gestolpert bin:

  • Eine Diskussion im Autorenforum von Books on Demand von 2008 – kann ich 20.000 Euro im Jahr mit einem Buch verdienen? Meine Antwort, ich habe bisher mit keinem meiner erschienen acht Bücher 20.000,- Euro in einem Jahr verdient. 2015 kam ich auf einem Gesamtumsatz von knapp 18.000 Euro und da waren noch 2.000,- Euro Sonderprämie von Amazon drin, weil ich ein beliebter Autor in der Leihbücherei war.
  • Ein Beitrag auf dem IS A Blog von Isabel Bogten 2012 trägt den Titel: Über Geld reden – da spricht sie über die Verdienste von Übersetzern und Autoren. Da kommt sie bei einer Beispielsrechnung auf ein Jahreseinkommen on 17.500,- Euro.
  • Kann man genug Geld mit eBooks verdienen? – So lautet der Blogpost auf dem ebokks Blog von Corinna Rindlisbacher aus dem Jahr 2013. Und auch hier sind die Zahlen erschreckend niedrig, selbst für damalige erfolgreiche selbstpublizierende Autorinnen wie Nika Lubitsch.

Ziemlich ernüchternd. Ich steigere meinem Umsatz jedes Jahr und schon jetzt liege ich 30% über dem Umsatz von 2015. Wohlgemerkt Umsatz, nicht Verdienst. Ein Großteil meiner Einnahmen geht an mein Lektorat und Korrektorat, sowie dem Coverdesign. Doch ich sehe das alles langfristig. Stimmt die Qualität meiner Bücher, erhöhe ich mit jedem neu veröffentlichten Buch meine Sichtbarkeit für meine Zielgruppe. Jemand der zufälligerweise über eines meiner Bücher stolpert, kann inzwischen in jedem Genre ein weiteres kaufen.

Allerdings ist mein Ehrgeiz geweckt. Es kann doch nicht sein, dass es keinen einzigen deutschen Autor/Autorin gibt, die unter den Top-Verdienern landet? Um in diese Liste vorzustoßen, muss man ein wichtiges Hindernis überwinden – eine englische Leserschaft. Mit anderen Worten, es braucht den Erfolg auf dem englischsprachigen Markt und eine Verfilmung. Übrigens die Chance für eine Verfilmung sind inzwischen besser denn je, denn es gibt immer mehr Bedarf an Serien für die verschiedenen Anbieter wie Netflix, HBO, Amazon und wie sie sonst noch alle heißen. Genau du hast es bemerkt, auch hier sind es die englischen Plattformen, die die Nase vorne haben.

Aber keine Sorge, dass werden wir langfristig ändern  – nicht wahr?