Die Sache mit Bree - Kerstin Rachfahl Schriftstellerin

Die Sache mit Bree

Ich bin immer auf der Suche nach schönen Namen, die noch nicht total häufig in Romanen verwendet werden. Ich dachte daran, dass einige schwangere Frauen ja Gelüste entwickeln. Ich fand die Idee genial, dass die Mutter von Bree, ihr den Namen gibt, weil sie immer Heißhunger auf den französischen Frischkäse hat. Das Café dann Morning Breeze zu nennen, war dann der nächste glorreiche Einfall und ich schrieb die Geschichte runter.

Die erste Frage, die mir meine Lektorin stellte war: „Möchtest du wirklich die Protagonistin Bree nennen? Der Name wird schon sehr eng mit der Buchreihe und Fernsehserie Outlander verbunden, wo der Spitzname der Tochter Brianna eben Bree ist. Nein, sie ist nach dem französischen Frischkäse benannt, lautete meine Antwort. Du meinst Brie, den Weichkäse? Nein den Kräuter Frischkäse. Brissot? Schrott, du hast Recht, was mache ich denn jetzt?

Wir entschieden uns den Namen am Ende zu lassen, weil ich ihn auch gar nicht mehr loslassen konnte. Dafür strichen wir die ganze Passage mit der Herkunft des Namens. Blöd nur das die Reihe Outlander megamäßig bekannt ist. Soviel zum Thema ein wenig in Geschichten benutzten Namen zu verwenden. Der Witz ist, dass ich sogar das erste Buch von Outlander kannte und ich den Plot zwar klasse fand, mir die Liebesbeziehung aber doch am Ende zu sehr im Mittelpunkt stand und ich deshalb keinen weiteren Teil hörte. 

Kommen wir zu dem Charakter von Bree. Sie ist ein einfacher Mensch, aus einfachen Verhältnissen, die bei Pflegeeltern groß geworden ist. Sie sollte keine biologische Familie besitzen, weil das in dem Plot der Geschichte ein wichtiger Punkt ist. Sie hat einen Hauptschulabschluss und ist mit sechzehn Jahren in eine Bäckereilehre nach Wenningstedt auf Sylt gegangen, weil sie nämlich Wellenreite liebt und das der einzige Ort ist, wo man Wellreiten kann. Wohlgemerkt Wellenreiten nicht Surfen, das geht auch an anderen Stellen in Deutschland. Wie sie dann in Sauselito landet, dass kannst du in der Geschichte nachlesen.

Bree hat sich immer eine richtige Mutter gewünscht und deshalb ist es für sie klar, dass sie sich um ihre Tochter kümmert und sich Zeit für sie nimmt. Sie gibt ihr all die Liebe, die sie selbst nie bekommen hat und ist glücklich und zufrieden in ihrer kleinen Welt. Radfahren, Gehen, Wandern, Schwimmen und natürlich Wellenreiten, gehören zu ihren Aktivitäten. Gute Ernährung steht bei ihr an oberster Stelle und das bedeutet für sie frische, unbehandelte Produkte. Wegen ihrer Naturverbundenheit ist ihr, Nachhaltigkeit bei der Auswahl ihrer Rohprodukte sowie bei der Verarbeitung absolut wichtig. Das zieht sich auch in die anderen Bereiche des Cafés weiter. Porzellan statt Plastikgeschirr. Normale Portionen beim Essen. Alles frisch und wenn etwas ausverkauft ist, dann ist es ebenso.

Bree ist fest verwurzelt in der realen Welt, weil sie es wirklich liebt mit ihren Händen und allen anderen Sinnen zu arbeiten. Das zieht sich durch die ganze Geschichte. Es hat mir riesigen Spaß gemacht neue Rezepte mit ihr auszuprobieren. Manchmal verspürte ich beim Schreiben die Lust selbst ein Café zu eröffnen. Leider bin ich keine geniale Köchin oder Bäckerin. Meine Tochter fand die Schreibphase von mir genial, weil ich so viel neues probierte. Mein Sohn ist froh, dass das Buch endlich veröffentlich ist und hofft, dass wieder normale Gerichte auf den Tisch kommen. Ich fürchte, da muss ich ihn weiterhin enttäuschen.

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