30. Juni 2016

Die Macht der Worte

a chalkboard with the text do you speak english? written in it, a pot with pencils and the flag of the United Kingdom, on a wooden desk, with a filter effect

Hast du schon mal darüber nachgedacht wie mächtig Worte sein können?!

In den letzten Tagen beschäftigt mich dieser Gedanke wieder ungemein. Wir diskutieren in unserer Familie immer mal wieder über das politische Zeitgeschehen. Mein Papa, der seitdem er Rentner ist, sich in aller Ruhe seinem Lieblingshobby der “Börse” widmen kann, versorgt uns alle tagtäglich mit den wichtigsten Neuigkeiten. Meine Kinder, der Große wird in wenigen Tagen 18, unser Nesthäkchen ist 13, liefern ebenfalls gute Denkansätze und so entsteht an unserem Esstisch ein reger Austausch über Gott und die Welt, derzeit natürlich vor allem über Großbritannien.

Klar, als Unternehmer denken wir ohnehin über all die Konsequenzen nach, die ein möglicher Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, für uns hat. In unserem IT-Unternehmen, arbeiten wir bei Projekten für internationale Konzerne, mit anderen europäischen Partnern zusammen. Manch ein Unternehmen denkt gerade darüber nach ihre geplanten Bauprojekte in London zu stoppen. Gelder werden zurückgehalten und es wird nachgedacht, was es bedeuten würde, dass europäische Headquarter von London in eine andere europäische Stadt zu verlagern. Wow — haben die Engländer wirklich über all diese Zusammenhänge nachgedacht, als sie ihre Stimme abgaben?

Wie das alles mit der Macht der Worte zusammenhängt?

“Herr und Meister! Hör mich rufen! – Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.” – Nein das ist nicht der englische Premierminster, der das sagte. Also bitte. Das stammte natürlich aus dem Gedicht “Der Zauberlehrling” von Johann Wolfgang von Goethe. Aber absolut passend oder nicht?

Jeder trifft einmal  falsche Entscheidungen. Wir alle machen Fehler. In der heutigen Zeit, ist es jedoch besonders heikel: Twitter, Facebook, Blogs, Instagram, Google+ —  Alle sind voll mit Spott, Hohn, witzigen Sprüchen und auch ich konnte es mir gestern nicht verkneifen, einen besonders lustigen Spruch auf meiner Timeline zu teilen. Das macht das Eingestehen eines Fehlers besonders schwer. Wir als Deutsche, wissen nur allzugut, was es bedeutet, wenn man den Stolz eines Landes zu sehr strapaziert. Es macht Platz für starke Worte, die ein ganzes Volk verblenden können.

Für mich ist England ein wichtiger Partner in der europäischen Union. Für mich ist Europa ein wichtiges Beispiel dafür, wie Menschen verschiedener Nationalitäten und unterschiedlicher Kulturen friedlich zusammenleben, sich gegenseitig unterstützen und sogar ein gemeinsames Währungs- und Rechtssystemaufbauen können. Hey klar ist nicht immer alles eitel Sonnenschein. Ist der Alltag in einer echten Partnerschaft auch nie. Es sei denn einer von beiden gibt sich dabei auf.  Ich fände es sogar schön, wenn wir das Modell Europa für die ganze Welt umsetzen würden. Letztlich hängen wir alle voneinander ab, ob wir es wollen oder nicht.

Lernen wir aus unserer Geschichte?

Lernen wir aus unseren Fehlern?

Oder ist alles nur ein nicht endender Kreislauf?

Das Alles sind Fragen, die ich mir auch im letzten Band von Licht & Dunkelheit stelle. Genug philosophiert jetzt geht es wieder ab an die Arbeit. Vielleicht finde ich ja Worte, die verbinden statt zu trennen.