Die Inselkommissarin Bd. 6: Der Tote auf Amrum

Die Inselkommissarin Band 6: Der Tote auf Amrum, führt die Kriminalkommissarin Lena Lorenzen erneut auf ihre Heimatinsel Amrum. Ein reicher Immobilienbesitzer stirbt an einem Herzinfarkt, doch rasch keimt der Verdacht auf, dass es sich hier um einen geschickten Mord handelt mit dem Wirkstoff Lidocain, verabreicht über sein Lieblingsgetränk einen Sherry. Gift, das Lieblingsmordinstrument von Frauen und ein Casanova war Marten Hilmer definitiv.

Leserunde?

Ich bin vor kurzem über das erste Buch der Reihe von Anna Johannsen gestolpert und habe mich spontan für die Leserunde bei Lovelybooks für den sechsten Band beworben. Ich habe mich riesig gefreut, dass ich zu den glücklichen Gewinnerinnen zählte. Ehrlich gesagt, hatte ich die Hoffnung, dass wir in der Leserund über die Geschichte, vielleicht auch mit der Autorin selbst, diskutieren könnten, doch leider war das nicht der Fall.

Die Geschichte ist ein typischer Krimi. Wir haben ein Mordfall und zusammen mit Lena setzte wir Stück für Stück die Puzzleteile zusammen. Mir persönlich machte es Spaß den Kriminalbeamten zu den verschiedenen Personen bei der Vernehmung zu folgen. Es zeigt auch, dass Polizeiarbeit mühselig ist und Zeit braucht und das ein Fall nicht wie in anderen englischsprachigen Reihen, mit Gewalt und Waffen gelöst wird. Auch die Einbeziehung eines Staatsanwaltes und das ein Verdächtiger nicht einfach für ewig in Untersuchungshaft gepackt werden kann, finde ich richtig erfrischend. Klar in der Fiktion sind wir eine mordlustige Gesellschaft, sonst gäbe es nicht so viele Krimis, doch ich finde es toll, dass Frau Johannsen sich in ihrem Buch, durch die Darstellung der Recherchearbeit sich ein Stück weit an die Realität hält. Allerdings kann ich das nicht exakt beurteilen, ob die Vorgehensweise stimmt, weil ich keine Kriminalbeamtin bin und auch keine Staatsanwältin. Aber ist das wichtig in einem Buch?

Wer ist der Mensch Lena Lorenz?

Die Geschichte nimmt ein paar interessante Wendungen. Nicht immer sind diese Wendungen für mich logisch. Vor allem das Ende fand ich künstlich und dem Zweck geschuldet, im letzten Moment sozusagen eine überraschende Täterin zu präsentieren, die erfahrene Leserinnen vermutlich recht schnell in Verdacht hatten. Ich selbst liebe es auch mehr in die Persönlichkeit und den Alltag der Protagonistin einzutauchen. Was treibt sie an? Welche Wirkung hat das Bild ihrer Mutter? Welche inneren Konflikte löst es in ihr aus? Es gibt Leserinnen die bleiben bei einem Buch ganz auf den Fall konzentriert, mir hingegen geht es um die Menschen. Die Opfer, die Täter und die Ermittler.

Während im ersten Buch der Mensch Lena Lorenzen noch mit der Begegnung ihrer Jugendliebe und der Interaktion mit ihrer Tante anklang, fand ich in Band 6 diesen Part nicht gelungen. Ich verstehe oft nicht die Beweggründe von Lena, obwohl ich Einsicht in ihre Gedanken erhalte und Erck bleibt für mich eine ganz flache Figur, die weder ein Äußeres noch ein Inneres besitzt. Das fand ich persönlich sehr schade. Genauso stiefmütterlich wird die #metoo Thematik bei der Polizei behandelt. Klar,  liegt hier die Gefahr, dass vom eigentlichen Fall zu sehr abgelenkt wird, doch dann bitte gar nicht erst mit in die Geschichte aufnehmen. Bei dem Begriff schwerreich musste ich schmunzeln, nachdem ich das Umsatzvolumen und den jährlichen Gewinn des Unternehmens von Marten Hilmer erfuhr. Aber gut, er hatte ja immerhin einige Immobilien.

Fazit

Vom Handwerk her ein solider Krimi, der in Deutschland spielt und mich schön unterhalten hat. Die Atmosphäre auf der Insel, die menschlichen Konflikte, das Potential in dem Entdecken einer Verbindung zwischen Lena und Marten, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, hätte jedoch mehr Möglichkeiten geboten und das habe ich persönlich bei diesem Band vermisst. Auch die Beziehung zu ihrer Tante und ihrem Vater blieb auf der Strecke.

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