
Und schon hörte ich den Schlüssel im Schloss. Henning kam mit einer Tüte Brötchen in der Hand rein, in Laufhose, Trainingsshirt, mit rotem Kopf und verschwitzt.
„Ah, gut, du bist wach, ich dachte schon, du wolltest den ganzen Morgen verschlafen.“
Sein Blick wanderte über mich, und ein schelmisches Grinsen schlich sich auf sein Gesicht. In diesem Augenblick wurde mir erst bewusst, dass ich mich nicht angezogen hatte, sondern nach wie vor nur sein Pyjamaoberteil trug. Meine Beine waren nackt. Während mir die Röte in die Wangen schoss, startete ich den ersten Angriff, bevor er irgendeine anzügliche Bemerkung machen konnte. Ich hob drohend den Zeigefinger.
„Henning Sander, egal, was es ist, das dir auf der Zunge liegt, schluck es hinunter, ich warne dich.“
Er hob überrascht die Augenbraun und setzte seinen treuen Hundeblick auf.
„Bei mir funktioniert das nicht. Das solltest du langsam wissen. Geh unter die Dusche, du stinkst bis hier.“
„Das ist männlich.“
„Nein, das ist ekelig“, korrigierte ich ihn.
„Okay, ich geh ja schon.“ Er warf mir die Brötchentüte zu, dann ließ er seinen Blick erneut über meine Körper wandern. Seine Augen verharrten an dem Übergang von Bein und Pyjamastoff. „Allerdings empfehle ich dir, dass du dir besser was anderes anziehst, bevor wir zusammen frühstücken.“ Erst jetzt hob er den Blick und sah mir in die Augen. „Schließlich bin ich nur ein Mann.“
„Mach, dass du unter die Dusche kommst, und stell sie am Ende auf kalt“, riet ich ihm, in meinem Kopf schoben sich die Kondome in seiner Nachttischschublade nach vorn. Von wegen keine Frauen, die hier übernachteten. Er verschwand mit einem „Sag später nicht, ich hätte dich nicht gewarnt“.
Ich wartete, bis ich das Wasser rauschen hörte. Dann ging ich in das Gästezimmer und zog mich an.
…..Fortsetzung
Ein wenig Hintergrund Informationen zu dieser Szene:
Vera ist zusammen mit den Brüdern Henning und Thomas Sander aufgewachsen. Vor ihrem Unfall hatte Sie eine Liaison mit Thomas, was niemand außer den Beiden weiß. Ihr ist damals klar geworden, wie weit die Welten von ihr und einem Sander auseinanderliegen. In der schweren Zeit der Reha, ist es Henning, der sie immer wieder voran treibt und aus ihrer Depression herausholt. In diesem Kapitel übernachtet Vera bei Henning in seiner Stadtwohnung, nachdem es zu spät ist, sie zurück zum Hof zu bringen. Aus vielen Gründen ist Henning für Vera kein Mann, mit dem sie sich einlassen möchte. Beide verbindet eine tiefe Freundschaft aus den Kindertagen, weil sie gemeinsam viel Blödsinn gemacht haben. Dieses Wechselspiel zwischen Freundschaft und körperlicher Anziehung zwischen Vera und Henning, findet in vielen Szenen des Romans statt. Was alles zwischen ihnen steht und ob es zu mehr kommt, findet ihr heraus, wenn ihr meinen Roman E-Book runterladet oder kostenlos meinen Podcast zu dem Roman hört.
15. März 2013
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